Fragen zur Tillandsiendüngung

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Monika Bruggaier
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Fragen zur Tillandsiendüngung

Beitrag von Monika Bruggaier » Dienstag, 1 November 2011, 23:53

Ich habe gehört, daß sich Bittersalz besonders als Düngemittel für Tillandsien eignet. Gibt es dazu verschiedene Meinungen? Und weiß jemand etwas über die Dosierung? (in welchem Verhältnis zum Gießwasser?/Wie oft düngen?)
Ich dachte bisher, daß im Regenwasser genug Wirkstoffe enthalten sind, aber schaden kann eine vorsichtige Düngung wohl nicht? Meine Tillandsien werden am Fenster kultiviert, macht das einen Unterschied in der Dosierung?
:scratch
Für hilfreiche Antworten erfahrener Tillandsienpfleger wäre ich sehr dankbar!

Timm Stolten
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Re: Fragen zur Tillandsiendüngung

Beitrag von Timm Stolten » Mittwoch, 2 November 2011, 22:33

Moin Moin,

Bittersalz ist ein reiner Magnesiumdünger.
Und Magnesium (Mg) wird nur in geringen Mengen von der Pflanze benötigt.
Es ist zwar sehr wichtig (Mg ist das Zentral-Atom des Chlorophylls !!),
aber mengenmäßig steht es weit hinter den Hauptnährstoffen NPK, Stickstoff, Phosphor und Kalium.
Bittersalz wird sehr gut über das Blatt aufgenommen, wodurch es sich für Bromelien sehr gut eignet.
Man sollte es ab und zu ins Sprühwasser mit dazu geben.

Bei der Konzentration muss ich nochmal nachsehen, aber ich glaube für eine Blattdüngung darf es bis 1 oder 2%ig sein. Im Zweifelsfall weniger und öfter nehmen. Ich denke aber dass dies alles vor allem für große, grüne Trichterbromelien gilt.

LG Timm
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Monika Bruggaier
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Re: Fragen zur Tillandsiendüngung

Beitrag von Monika Bruggaier » Mittwoch, 2 November 2011, 23:17

Fein, danke, das hilft mir schon viel weiter!
Ich hab allerdings nur Nicht-Trichter-Bromelien, denkst Du das bringt trotzdem etwas mit dem Magnesium? Und die anderen Stoffe? Ich sprühe jetzt im Winter nur, es sind zu viele zum Tauchen geworden, und außerdem habe ich etwas Sorge wegen möglicher Pilzübertragung, wenn alle im gleichen Hamburger Regenwasser schwimmen. Gibt es denn eine fertige Düngermischung, die zu empfehlen wäre, um sie dem Sprühwasser beizumischen?
Und noch eine Frage: Wie geht das mit 1%? 1Gramm auf einen Liter?
Wenn Du Löcher im Bauch bekommst von meinen Fragen, dann sag Bescheid und ich höre sofort auf :)

Liebe Grüße von
Monika

Timm Stolten
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Re: Fragen zur Tillandsiendüngung

Beitrag von Timm Stolten » Mittwoch, 2 November 2011, 23:57

Monika Bruggaier hat geschrieben:Ich sprühe jetzt im Winter nur, es sind zu viele zum Tauchen geworden, und außerdem habe ich etwas Sorge wegen möglicher Pilzübertragung, wenn alle im gleichen Hamburger Regenwasser schwimmen.

Tauchen würde ich im Winter eh sein lassen. Die meisten Tillies können mehr Trockenheit ab als man denkt, vor allem Im Winter.

Monika Bruggaier hat geschrieben:Gibt es denn eine fertige Düngermischung, die zu empfehlen wäre, um sie dem Sprühwasser beizumischen?

Was meinst Du mit "fertig"? Nimm einfach etwas Bittersalz, löse es in Wasser auf und fertig.
Problematisch ist halt das abwiegen, da ist es hilfreich, wenn man eine Feinwaage hat.
Immer nur soviel ansetzen wie Du direkt verbrauchst.

Monika Bruggaier hat geschrieben:Wie geht das mit 1%? 1Gramm auf einen Liter?

:ewall Aua, das ist Mathe 7te Klasse.:ewall
Setzen: 6.
Wieviel ist 1% von 100? 1
Wieviel ist 1% von 100 g? 1g
Wieviel ist 1% von 1000g? 10g
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Monika Bruggaier
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Re: Fragen zur Tillandsiendüngung

Beitrag von Monika Bruggaier » Donnerstag, 3 November 2011, 15:26

Autsch, ich wußte garnicht, daß ich SO blond bin... Freud'sche Fehlleistung aus lauter Sorge, daß sich die Lieben Kleinen überfressen könnten! 8)
Fetige Mischung meinte ich in Bezug auf die anderen Stoffe, Du schriebst ja, daß Magnesium im Grunde nur zum kleinsten Teil benötigt wird.
Zum Abwiegen nehme ich die Briefwaage, kein Problem. Zumal es ja dann jetzt auch 10g statt einem sind... :edoh
Danke Dir!

dreichl
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Re: Fragen zur Tillandsiendüngung

Beitrag von dreichl » Sonntag, 6 November 2011, 19:17

Timm Stolten hat geschrieben:Bei der Konzentration muss ich nochmal nachsehen, aber ich glaube für eine Blattdüngung darf es bis 1 oder 2%ig sein.


Timm,

würdest du da nochmal nachsehen? Weil 1% kommt mir verdammt viel vor, speziell weil ich von "normalem" NPK immer nur 0.1% kenne. Und dann 1% Mg?

Und bei 0.1% wäre Monika's Ergebnis ja richtig :mrgreen: :mrgreen:

Bei den restlichen Infos stimme ich allerdings voll zu.

Gruß,
Dieter

Timm Stolten
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Re: Fragen zur Tillandsiendüngung

Beitrag von Timm Stolten » Sonntag, 6 November 2011, 22:44

Bei einer Blattdüngung kann man bis 1% hochgehen.
Gilt z.B. auch für Harnstoff.
Betone man kann und bis.

Sicherlich kann man auch die Gaben kleiner machen und dann häufiger geben.
Exakte Angaben liegen mir leider auch nicht vor, ich mache das seit Jahren nach Gefühl.
Wie gesagt hauptsächlich bei den grün-laubige Bromelien, Vrieseen, Guzmanien und Co.
An grauen Tillandsien habe ich noch nie Magnesium-Mangelerscheinugen gesehen.

Gruß Timm
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Re: Fragen zur Tillandsiendüngung

Beitrag von Monika Bruggaier » Montag, 7 November 2011, 21:04

@Dieter: Vielen Dank für die versuchte Ehrenrettung :wink:

@Timm: Danke für die Geduld mit einer armen Anfängerin. Wenn mich jemand fragen würde, wieviel Gramm Kaffeepulver ich in wieviel Kubikzentimeter Wasser gebe, wenn ich morgens meinen Kaffee koche, wäre ich auch leicht irritiert...
Also das klingt mir danach, daß vielleicht doch eine fertige Düngermischung klüger wäre, da ich ja fast nur graue Tillis zu betreuen habe. Erfahrungen mit Wuxal Top K? Wurde mir empfohlen und kann ich bekommen. Sonst versuche ich das einfach mal und berichte von den Ergebnissen.

Liebe Grüße
Monika

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Re: Fragen zur Tillandsiendüngung

Beitrag von dreichl » Montag, 14 November 2011, 21:33

Zum Thema Düngung meine ich, sogar hier?, mal gelesen zu haben dass der Sommer-Aufenthalt draussen ausreichend ist. So habe ich es bisher auch gehalten, ich habe meine bisher auch nicht gedüngt. Was nicht heisst dass sie optimal versorgt sind. Bin also auch für alles offen.

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Re: Fragen zur Tillandsiendüngung

Beitrag von Timm Stolten » Dienstag, 24 März 2015, 16:02

Tach zusammen.
Habe inzwischen verlässliche Werte von Peter Bak bekommen. Die empfohlene Konzentration für eine Blattdüngung mit Bittersalz ist 0,05 %, also ein halbes Gramm auf einen Liter Wasser. Dabei sollte des Salzgehalt im Auge behalten und die Leitfähigkleit gemessen werden. Bei Werten über 500 µs sollte man 30 Minuten nach der Blattdüngung mit reinem Regenwasser nachspülen um Verbrennungen zu vermeiden.

Ich komme bei unserem Regenwasser und 0,05 % Bittersalz auf etwa 440 µs. Bak empfiehlt dies im Sommer alle 1-2 Wochen zusätzlich zur normalen Düngung. Diese Angaben beziehen sich nur auf Tillandsien.

Gruß Timm
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Walter
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Re: Fragen zur Tillandsiendüngung

Beitrag von Walter » Donnerstag, 2 April 2015, 17:11

Eine Frage, nämlich welchen Allgemeindünger zu verwenden wäre scheint mirnoch nicht beantwortet zu sein. Ich habe brauchbare Erfahrungen mit Peters Excel 20-20-20 gemacht. Da ist alles drinnen, man braucht nicht irgendwelche Zusatzstoffe anzuwenden. Das ist ein Allrounddünger ohne Calcium. Also bei reinem Regenwasser mische ich etwas Leitungswasser wegen des erforderlichen Calciumgehaltes bei. Ich setze eine Stammlösung mit dem Düngerpulver an (40dag in 1 Liter warmes Wasser). Insgesamt dünge ich auf nur ca 250 Microsiemens auf und verwende diese Mischung bei jedem Sprühen während der Wachstumszeit.

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Woodman
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Re: Fragen zur Tillandsiendüngung

Beitrag von Woodman » Freitag, 3 April 2015, 18:46

Hallo Walter,
ich möchte mal versuchen Dir eine Antwort zu geben. Auch wenn Du viele Jahre Erfahrung im Vergleich zu mir hast, ich mit meinen zur Zeit reichlich 3 Jahren. - Ich lebe und lerne viel mit den Daten und Fakten dieses Forums.
Dünger ist ein Thema, was Seiten füllen könnte.
So kenne ich einen langjährigen Tillandsienfreund, der benutzt kein Gramm Dünger in seiner Sammlung. Und ich möchte Streitgespräche vermeiden - Das mal vorweggenommen.
Du benutzt "Peters Excel 20-20-20"
Dazu mal allgemein die Zusammensetzung: (englisch) http://www.alliedbotanical.com/pdf/Peters202020.pdf
Oder vermutlich das Mischungsverhältnis (in Gallonen - nicht Liter): http://everris.us.com/sites/default/fil ... _GP_CA.pdf
Wer diesen Dünger kaufen möchte (auf die ganz schnelle gefunden): http://www.orchideen-wichmann.de/duenger.html?p=3

Für Dich wird das Posting von Timm sehr interessant sein, auch wenn es schon 10 Jahre alt ist: viewtopic.php?f=14&t=272&p=1267#p1267
Ich hatte auch das Thema wieder gefunden über unseren Pflege-Index - den jeder höffendlich kennt und benutzt.

Ja Walter, auch andere benutzen diesen "20-20-20" Dünger.
Dafür schwören andere Tillandsinenfreunde auf niedrige Stickstoff Werte.
Was ich aus allen Dünger Themen herausgelesen habe, man sollte keinen Dünger ohne Spurenelemente benutzen.

Ein schöner Artikel über all die Düngerkomponenten mit Erklärungen dazu steht in der DIE BROMELIE 2003(3) von Valentin Bonciulescu.

LG
Klaus

PS: Walter, eine Frage aus Unwissenheit: Was bedeutet die Abkürzung "dag" bei - "40dag in 1 Liter warmes Wasser"?
http://goerlitz-bild.com - Meine Webseite zu Bildern und Gesundheit
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Re: Fragen zur Tillandsiendüngung

Beitrag von Matthias Lieber » Samstag, 4 April 2015, 18:40

Hallo Klaus,

So langsam bin ich der Ansicht, dass man eigentlich ein eigenes Forum über Pflanzendüngung eröffnen könnte!
Eigentlich ist es eine Einstellungsfrage... wie: Gehe ich zur Grippe-Schutzimpfung oder nicht!?
Mir persönlich stellt sich immer folgende Frage: Warum sollte ich meine Pflanzen mit Dünger beglücken
den mir irgendeiner ganz heiß empfiehlt - der aber meine Pflanzen nie gesehen hat???
Warum sollte ich meine Pflanzen düngen, wenn sie recht regelmäßig blühen und sich relativ gut vermehren???
Woher weiß ich, was ihnen fehlt oder ob ihnen überhaupt etwas fehlt und wenn ja - in welcher Menge???

Also doch auf Verdacht impfen?

LG Matthias
And the earth brought forth grass, and herb yielding seed after his kind, and the tree yielding fruit, whose seed was inself, after his kind; and God saw that it was good.

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Re: Fragen zur Tillandsiendüngung

Beitrag von Woodman » Samstag, 4 April 2015, 21:16

Hallo Matthias,
ein eigenes Forum zur Planzendüngung, dass könnte man wirklich eröffnen. Es gibt kaum ein Pflanzenforum, wo nicht intensiv über die Düngung gesprochen wird.
Aber all Deine Fragen sind berechtigt!
Als ich im Dezember 2011 meine 1. Tillandsia hatte, überlegte ich auch, welches Wasser sollen sie bekommen. An den Standorten der Pflanzen, wo sie zu Hause sind, bekommen sie auch nur Wasser von oben, oder die höhere Luftfeuchte (LF) über Nacht. ... Nirgends wird da Dünger beigemischt.
Irgendwann habe ich dann für mich den Punkt gefunden für die Menge der zusätzlichen Wassergaben und auch des Düngers (und auch welcher Dünger).
Wer mit stark verdünnter Form über Jahre mit "20-20-20", "4-6-8" ... glücklich geworden ist oder gar ohne Dünger, der sollte es so beibehalten.
Auf Verdacht würde ich nie impfen/düngen.
Und in welcher Menge? Wasser und Dünger zusammen nie mehr als 600-700 µS (MicroSiemens) gemessen mit einem Leitwertmeßgerät. Nur gibt es auch spezielle Orchideen, da darf der Wert nicht über 200 µS steigen, sonst nehmen sie Schaden.
LG
Klaus
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Re: Fragen zur Tillandsiendüngung

Beitrag von Walter » Donnerstag, 9 April 2015, 18:26

Hallo, Klaus!
das ist eine Abkürzung für Dekagramm, also den 100ertsten Teil des Kilogramms. Wurde vor einiger Zeit gestaltet und wird wohl auch verwendet (zuvor dg) Vielleicht verwende ich künftig Gramm als Angabe.
Viele Grüße
Walter

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