Tillandsien Aussaat

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Lenaistmeine
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Tillandsien Aussaat

Beitrag von Lenaistmeine » Samstag, 7 Oktober 2017, 19:03

Hallo,
in einiger Zeit plane ich mal den Versuch zu starten, Tillandsien auszusäen. Wo ich die Samen herbekomme, weiß ich noch nicht genau, habe aber bereits einige Shops dies bezüglich gefunden. Welche Erfahrungen habt Ihr denn gemacht? Wie und auf was säht ihr denn aus?

Lg Jonas

Spielmannsfluch89
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Re: Tillandsien Aussaat

Beitrag von Spielmannsfluch89 » Samstag, 7 Oktober 2017, 20:57

Es sollte ein rauher untergrund sein. Je öfter du sprphen kannst. Tgl einmal sollte es schon sein. Desto eher kanns auch was sein das nicht soviel Wasser speichert. Hauptsache die Samen finden halt.
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CK
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Re: Tillandsien Aussaat

Beitrag von CK » Sonntag, 8 Oktober 2017, 8:07

Hallo,

ich habe es selbst nur einmal ausprobiert, jedoch ohne Erfolg. Ich hatte damals in eine Plastikschale ein Stück altes Bettlaken gelegt, dieses feucht gemacht, darauf die Samen (T. fasciculata) gelegt und dann die Schale mit Haushaltsfolie abgedeckt (diese wurde mit einem Gummiring befestigt). Ergebnis: Keimung sehr gut. Nach ein paar Wochen waren erste Blättchen zu erkennen, aber zugleich begannen die ersten, wegzufaulen. Also nahm ich die Folie ab, um den Pflänzchen Luftbewegung und Frischluft zu "gönnen", in der Hoffnung, so die Fäulnis in den Griff zu kriegen. Ergebnis: Ich kam mit dem Sprühen nicht mehr nach (1x täglich hat deutlich nicht gereicht) und die Pflänzchen vertrockneten.

Wenn man die Möglichkeit hat, Wasser auf den Boden tropfen zu lassen (oder man muss es unten mit einer Schale auffangen), dann kann man folgende Methode anwenden, die Hermann Essr im botanischen Garten München immer sehr erfolgreich angewendet hat:

Zutaten:
Drahtgitter, Damenstrumpf, kleiner Eimer (oder vergleichbares Gefäß), kalkfreies Wasser, Tillandsien-Samen

Man schneide das Drahtgitter in passende, nicht zu große Rechtecke und bespanne es mit einem passend zugeschnittenen Stück eines alten Damenstrumpfs. Zudem schneide man aus dem Damenstrumpf ein ca. 15cm-20cm langes Bändchen (je nach Größe des Eimers) und knote es an das bespannte Rechteck so, dass ein Kontakt zwischen der Bespannung und dem Bändchen entsteht. An das andere Ende des Bändchen knote man irgendwas, was als Gewicht dient (Stein oder kleinen Tontopf o.ä. - ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, was der Hermann immer verwendet hat ... ist schon lange her). Dieses Konstrukt legt man ein paar Minuten in das Wasser, bis sich die Strümpfe vollgesogen haben. Anschließend nimmt man das Konstrukt wieder heraus und bettet die Tillandsien-Samen auf die rechteckige Damenstrumpf-Fläche (die Feuchtigkeit bewirkt, dass die Samen dort wunderbar haften bleiben). Anschließend füllt man den Eimer mir Wasser (wenn man es nicht vorher schon gemacht hat, um das Konstrukt darin einzuweichen), legt das mit dem Bändchen verbundene Gewicht in den Eimer und lässt das Rechteck mit den Samen neben dem Eimer herabhängen. Hat man die Länge des Bändchens richtig bemessen, so sorgen die Kapillar-Kräfte nun dafür, dass sich das Konstrukt selbstständig mit dem Wasser aus dem Eimer versorgt. Überschüssiges Wasser tropft zu Boden. Man muss nur regelmäßig frisches Wasser in den Eimer nachfüllen.

Für die Weiterkultur werden die Pflänzchen (ab einer Größe von ca. 0,5cm bis 1cm) in kleine, selbstgebastelte Drahtkörbchen "pikiert", die dann im Gewächshaus aufgehängt werden.

Vielleicht sollte ich noch ergänzen, dass in dem Gewächshaus, in dem die Aussaaten durchgeführt werden, ein eher warmes und dabei luftfeuchtes Klima bei stetiger Luftbewegung durch Ventillatoren herrscht, was für den Keimerfolg und die Weiterkultur vermutlich auch eine Rolle gespielt hat. Besonders die Luftbewegung dürfte wichtig sein, um Fäulnis zu verhindern. Aber wer solche oder ähnliche Verhältnisse schaffen kann, für den ist diese Methode bestimmt interessant. Allerdings braucht man viel Geduld, denn die Sämlinge wachsen sehr langsam und es dauert Jahre, bis man eine blühfähige Pflanze hat.

Viele Grüße!
Chris

Arvensis
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Re: Tillandsien Aussaat

Beitrag von Arvensis » Sonntag, 8 Oktober 2017, 8:09

Hallo,

die "umgekehrte Fleischermethode" funktioniert recht gut. ist eine sehr alte Methode die meist bei Kakteen angewendet wird/wurde.Ich hatte vor Jahren mal T. juncea (einen meiner ersten Tillandsien) experimentell ausgesät.

Der Vorteil ist dass du ein recht stabiles Mikroklima (Im Prinzip eine Mini-Gewächshaus) erzeugst und dich nicht viel darum kümmern musst, allerdings muss das Glas absolut steril sein wg. Pilzen.

Ich würde keine Gläser mit Metalldeckel (außer sie sind neu) nehmen sondern mit Kunststoff, etwa ein Nutellaglas o.ä.
Dieses muss abgekocht werden und am besten noch mit Alkohol oder Mitteln gegen Pilze behandelt werden.
Ausgesät hatte ich die Samen auf einem Stück Schaumstoff der in den Deckel passt, das noch warme Glas muss schnell auf den Deckel geschraubt werden. Das Glas kann so Wochen und Monate stehen ohne es zu öffnen. Tillandsien brauchen z.T. Monate zum keimen.

In "DIE BROMELIE - 2010(2)" wird das auch noch genau beschrieben.

Gruß

Alex

FromHolland
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Re: Tillandsien Aussaat

Beitrag von FromHolland » Sonntag, 8 Oktober 2017, 8:18

Mir ist es schon oft gelungen mit Damenstrumpf, plastic Gewächshaus (geschlossen) und ein mal die Woche sprühen.....klappt seht gut für verschiedene Tillandsien....das Gewächshaus steht bei mir im Fenster.
Bei mir wachsen da jetzt jede Menge mauryana, ionantha, aeranthos aber auch ein Kindel von organensis ist im Gewächshaus mit drinn.
Manche haben es aber nicht gut getan...brauchten wahrscheinlich mehr Luft.

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