Düngerverwendung

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Joachim

Düngerverwendung

Beitrag von Joachim » Sonntag, 28 März 2004, 10:56

Hallo Timm,tolles Forum etwas umfangreich,aber super gemacht.

So nun meine erste Frage :

ich habe noch eine Packung Seramis Düngergranulat gefunden.

wieviel Gramm davon mus ich in 5 Liter auflöesn um es zu versprühen,bzw ist es überhaupt geeignet?

Gruß Joachim :wink: :P :) :) :o

Timm Stolten
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Re: Düngerverwendung

Beitrag von Timm Stolten » Sonntag, 28 März 2004, 12:56

Joachim hat geschrieben:
ich habe noch eine Packung Seramis Düngergranulat gefunden.
wieviel Gramm davon muss ich in 5 Liter auflösen, um es zu versprühen, bzw ist es überhaupt geeignet?

Gruß Joachim :wink: :P :) :) :o


Hallo Jo,
also ich kenne das Granulat leider nicht nicht.
Auf der Website von Seramis (Link) habe ich nur Flüssigdünger gefunden, kein Granulat.
Bild
Meinst Du das?

Granulate sind eigentlich immer als Voratsdünger gedacht, sie werden also
normalerweise in das Substrat gemischt. Teilweise lassen die sich garnicht
richtig in Wasser auflösen.
Wenn doch, dann kommt es immer darauf an, wie stark der Dünger an
sich ist. In Deutschland muss ein Düngemittel die Angabe der 3
Hauptnährstoffe, Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kali (K) auf der
Verpackung haben und zwar in exakt dieser Reihenfolge.
Da steht dann eine Zahlekombination wie etwa 6 - 4 - 5 oder so,
das ist der Gehalt an N, P und K .
Liegen die Werte etwa in diesem Bereich, würde ich aus dem Bauch
heraus ein Konzentration von 0,1 % (1 Gramm bzw. 1 ml pro Liter) bei
grünen Bromelien empfehlen, bei grauen Tillandsien ggf. nur die Hälfte,
also 0,05 % (0,5g bzw. 0,5 ml pro Liter).
Achte drauf, daß man sich bei so kleinen Mengen schnell vertut !!!
Nimm ne gute Briefwaage oder, bei Flüssigdüngern, ne kleine Spritze
mit Masseinteilung aus der Apotheke.

Hilft Dir das?

Gruss Timm
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Jeannette
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Chelate

Beitrag von Jeannette » Donnerstag, 1 April 2004, 22:24

Hallo ..bin mal fix aus dem Orchideenforum rübergehüpft ...meine Bromelien ( auf Epiphytenstamm ) bekommen den gleichen Dünger wie die Orchis ..besonders scheinen sie jene zu mögen, in denen die Mineralsalze in chelatisierter Form ( EDTA ) vorliegen ...ich nehme im Wechsel mal den Flüssigdünger von COMPO SANA mit Guano ( 4-5-6 ) und jetzt im Frühjahr+Sommer vorallem den von BAYER - WUXAL ( 8-8-6) ...den Guano mag ich bzw. gebe ich immer mal mit, weil in ihm wirklich alle möglich Spurenelemente enthalten sind ( da er ja natürlichen Ursprungs ist ) ...denn so ein Spurenelementmangel merkt man nicht gleich, er baut sich langsam auf ..und irgendwann merkt man es an Wachstumkoriositäten od. Anfälligkeiten gegenüber Krankheiten,aufgrund eines geschwächten Immunsystems ...ach ja ..seit dem ich die Chelatdünger verwende ,wachsen endlich meine Bromelien und Tilandsien sichtbar .. *freu* ...Viel Freunde ...Tschüßi Jeannette

Timm Stolten
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da war was

Beitrag von Timm Stolten » Donnerstag, 1 April 2004, 23:18

Hi Jeannette,
Danke fürs Rüberhüpfen !! :lol:
Es stimmt, Dünger mit Nährstoffen in Chelat Form sind ideal für unser
beider Lieblinge geeignet, denn sie werden besonders gut über das Blatt
aufgenommen.
Für Neulinge zitiere ich gerne meinen ehemaligen Lehrer:
"Chelatbindung nennt man chemische Bindungen, bei denen in organischen
Molekülen ein Metallatom durch eine Ringbindung mindestens an zwei
(oder drei) Stellen im Molekülaufbau gebunden wird. Die Teile des Moleküls
können sich hier gleichsam um das Metallatom biegen und es wie eine Zange oder
Kralle fassen (chele ist griechisch = Kralle).
Der Chelator ist immer ein grösseres organisches Molekül.
Der bekannteste ist das Ethylen-diamin-tetra-azetat EDTA.
Er bildet mit den Nährstoff-Kationen stabile Chelate, welche die
Spurenelemente im Boden vor Festlegung schützen und auch die
Aufnahme über die Blätter sehr erleichtern."


Hat er doch schön gesagt, oder?

Aber sag mal, wie stark konzentrierst Du denn Deine Dünger?

Gruss Timm
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Jeannette
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Na hallo

Beitrag von Jeannette » Freitag, 2 April 2004, 17:27

Hallo Timm ....Mensch ..die Chelate hast'e ja prima erklärt :lol: ...toll ...so genau hatte ich's nicht gewußt ..danke Dir ...Ohje ..was die Konzentration betrifft ...na da fragtst Du mich was?*g ...bei WUXAL hieß es 1ml auf 1Liter Wasser und beim GuanaoDünger wird ne 1/4 Kappe pro 1 Liter empfohlen ...da wir hier in Chemnitz recht weiches Wasser haben ( 200 µs und ph - Wert von 6,5 ) womit ich sehr zufrieden sein kann ....naja ehrlich gesagt, bin ich was Düngen betrifft, nicht sehr vorsichtig *Asche auf mein Haupt* ...bei WUXAL können's schon mal 4-5 ml/ 1 Liter sein und beim Guano bin ich ähnlich "üppig" ...als Überdüngungdindikator nutze ich das Moos des Stammes ...einmal überdüngen und schon am nächsten Tag ist es braun ...dies ist mir bis jetzt 2mal erst passiert ...ich wußte ,ups..das war zuviel ...runter mit der Dosis ...so kann ich wenigsten die Orchis nicht auf Dauer schädigen ...einmal verkraften Alle das zusammen ...achja ...die Wurzeln der Bromelien ( naja die paar *g ) und die der Orchis verstecken sich gern im Moos..und beim Überdüngen schien das Moos die Hauptdosis abbekommen zu haben,denn die im Moos versteckten Wurzeln zeigten keine Braunfärbung ( Düngeschaden)...das Moos diente anscheinend als Puffer ...das ulkige an den Bromelien ist, man pflanzte sie an eine Stelle,sie blühten,verwelkten ( toll -ist ja org. Dünger für die Orchis -der Stamm wimmelt von Viechzeug, ich lasse es in Ruhe,bis auf die Schnecken-jene legen gern ihre Eier in die Bromelien )und ihre Nachkommenschaft/junge Triebe gucken irgendwo wieder heraus und wachsen so vor sich hin *g ....sag mal Timm...Bromelien sind wohl eher empflindliche Gewächse was Wasser betrifft? ...wie kultivierst Du denn die Lieben? ..Tschüßi ...Jeannette

Timm Stolten
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Re: Na hallo

Beitrag von Timm Stolten » Freitag, 2 April 2004, 17:55

Jeannette hat geschrieben:Hallo Timm ....Mensch ..die Chelate hast'e ja prima erklärt :lol: ...


Das Lob muss ich leider weitergeben an meinen alten Lehrer.........
aber zumindest wusste ich noch, wo ich nachschlagen muss :lol:

Wenn ich mir als alter Erbsenzähler zunächst eine Bemerkung erlauben darf:
Ein Zeilenumbruch im Text erleichert das Lesen ungemein :wink:
Einfach die Enter - Taste drücken, wie in Word.
Nur mal so..... nich böse sein


Zum Düngen:
Also zunächst richte ich bei der Berechnung der Konzentration nach dem
Wasser. Wir benutzen nur Regenwasser, das selten über 100 µs liegt.
Da ich bisher keine verlässlichen Angaben für Bromelien gefunden habe,
richte ich mich ein bisschen nach dem, was ich über Orchideen weis.
Hier kenne ich es so, daß die Düngerlösung (Dünger + Wasser) möglichst
nicht über 600 - 700 µs haben sollte, da es bei empfindlichen Arten schon
zu Schäden kommen kann.
Bei den meisten Düngern landet man dann bei rund 0,1 % Konzentration
(= 1g auf 1 Liter). Bei Arten wie Aechmea fasciata und anderen
hartlaubigen, robusten Arten kann man auch auf 0,2 % hochgehen.
Ich dünge lieber wenig und öfter als selten und stark.
Du gehst mit Deiner Konzentration ganz schön ran, Deine Werte wären mir
schon zu hoch.

Aber ...........frage 10 Gärtner nach Dünger und Substrat und Du
erhälst 11 verschiedene Antworten.
Erlaubt ist, was funktioniert.

Achja noch was: Nährstoffangaben auf Düngern sind immer
in Gewichtsprozent und nicht in Volumenprozent !!!
Warum das wichtig ist ? Nun, soweit ich mich erinnere hat z.B. Wuxal ein
spezifisches Gewicht von rund 1,2; also 1ml wiegt 1,2 Gramm.
Das auf 1 Liter ist dann nicht 0,1 sondern 0,12 %, also rund
20% höher als Du denkst !!


Gruss Timm
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Beitrag von Jeannette » Freitag, 2 April 2004, 18:23

Oh je ..Timm ..hast Recht ...ein "Zeilenumbruch" hätte meinem Schreiben wirklich gut getan :wink: *gelobe Besserung*

mmmhh und das mit den 600-700 µs hast schon recht ,selbst damit könnte man noch manche Naturform hinrichten *g ...ich habe mir bisher wirklich keine Gedanken zum Thema exakte Düngerdosierung gemacht.
Und wieder hab' ich was von Dir gelernt ...langsam wird's peinlich *g ....naja offen gesagt, bin ich nicht der Taschenrechnertyp *g ...ich probiere was geht und sich verträgt *g ...

und wie schon geschrieben, mein Moos ist mein Helferlein ...bisher zuverlässig ...selbst meine Sensibelchen ( Orchis ) leben noch *g ...

ich las,daß bei zu hoher Dosierung weiße Flecken/Ränder an den grünen Bromelien/ Trichterbromelien entstehen ..mmhh ...bis jetzt sind'se noch grün ...und die grauen Tillandsien wuchern endlich, nach Jahren Schattendasein als Deko auf der Fensterbank *die Armen* ...

Meine kleine Frage, wie könnte ich denn erkennen, ob ich meine Bromelienfraktion übervorteile ?*g ...
Ich danke Dir ganz lieb ...mögen die Forumsdrähte glühen *g ...Jeannette

Timm Stolten
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Beitrag von Timm Stolten » Freitag, 2 April 2004, 19:04

Jeannette hat geschrieben:Meine kleine Frage, wie könnte ich denn erkennen, ob ich meine Bromelienfraktion übervorteile ?*g ...


Das ist eine sehr gute Frage !!!!
Schwierig, bei grauen Tillies würde es sicher sehr lange dauern,
da die ohnehin einen langsamen Stoffwechsel haben.
Abgesehen davon, dünge ich die nur selten und schwach,
darum habe ich solche Schäden nur selten beobachtet bzw.
es ist schwer sie einzuordnen. Kommen die toten Wurzeln nun
vom Düngen, oder von einem Pilz oder oder oder..........:?:

Laut Karl Zimmer...
Bild

...bekommen getopfte Trichterbromelien, vor allem die weichlaubigen,
wie Vriesea oder Guzmania, nekrotische (= abgestorbene)
Blatt- und Wurzelspitzen. Die Wurzeln sind eigentlich der beste Indikator.
Vorher werden die Blätter nochmal schön dunkel blau-grün. :lol:
Bei Nidularium z.B., wenn dort eine zu hohe Düngerlösung im Trichter stehen bleibt,
gibt es auch auf Höhe des Wasserspiegels im Trichter Verbrennungen.
Das kann aber auch nach einem falschen Pflanzenschutzmittel passieren.

P.S.: Lust zu registrieren? Dann könnte man Dir auch mal ne PN schicken...

Gruss Timm
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Jeannette
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Beitrag von Jeannette » Freitag, 2 April 2004, 22:37

Hihi ...na Timm ..hab' mich eben registriert ... :lol:

Yep ..ich denke auch, Schäden erkennt man vielleicht am ehesten am Wurzelwerk , bei Orchideen werden sie anfänglich rostbraun ...bei Bromies auch ?

Bei Tillandsien & Co. denke ich an Kalk/Mineralablagerungen ...doch ( noch ) werden meine Kleinen beim Beregnen safftig grün und die Trichterblätter der Anderen Gesellen sind auch völlig Rückstandslos und fein grün ...*sollte ich mir auf die Schulter klopfen?* ...Schwein gehabt?
Vielleicht gibt's hier noch gaanz versteckte heimlich Leser,die diesbezüglich ( Düngerschäden ) was zu berichten wissen ?
*mal in die Runde guckt* ...Ich wünsche einen schönen Abend ..morgen geht's ab nach Hof zur Orchi-Epiphyten-Ausstellung ...Gute Nacht wünscht Jeannette
Um ein gutes Mitglied einer Herde sein zu können, muß man vorallem ein Schaf sein!*g

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