Pitcairnia heterophylla

Fragen zur Kultur und Pflege, Vermehrung, Düngung, Technik,
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JoachimInB
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Pitcairnia heterophylla

Beitrag von JoachimInB » Dienstag, 28 Juni 2005, 23:14

Hallo Leute,

wer von euch hält denn erfolgreich Pitcairnia heterophylla? Womöglich auf der Fensterbank? Falls ja, welche Ansprüche stellt diese Art? Wegen der offenbar ausgeprägten Ruhezeit würde ich mal auf eine kakteenähnliche Pflege tippen. Würde mich aber freuen, hierüber näheres zu erfahren.

Grüße,
Joachim

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donmanfredo
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Beitrag von donmanfredo » Mittwoch, 29 Juni 2005, 5:39

Hola JoachimInB,
schöne Grüße aus Ecuador. Tja, was die Pits anbelangt, sie sind ja nicht so mein Ding, habe ich aber doch zwei oder drei, weiß aber keinen Namen. Als ich die erste davon fand, ich dachte da gar nicht an eine Bromi, war da nur ein ca. 2-3 cm hohes stacheliges Etwas, ohne irgendein Blatt. Danach kindelte sie prächtig, die Blätter wurden knapp 30cm lang und sind jetzt fast alle wieder abgefallen. Ich glaube, jetzt macht sie die von Dir angesprochene Ruhephase, und wird hoffentlich bald blühen. Klimatisch stehen wir hier kurz vor dem Wechsel von der Regenzeit zur Sommerzeit. Der Fundort meiner liegt zwischen Celica und Alamor, im tiefen Süden. Kakteen waren dort keine, und die Pits, die ich sonst noch wo sehe, haben keine stachelige Gesellschaft. Ich will also sagen, keine Kakteenkultur!!
Anbei noch zwei Fotos. Vielleicht weißt Du ja, was ich hier habe.
Bild
Bild

Hasta luego
donmanfredo

Timm Stolten
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Re: Pitcairnia heterophylla

Beitrag von Timm Stolten » Mittwoch, 29 Juni 2005, 18:46

JoachimInB hat geschrieben:Hallo Leute,

wer von euch hält denn erfolgreich Pitcairnia heterophylla? Womöglich auf der Fensterbank? Falls ja, welche Ansprüche stellt diese Art? Wegen der offenbar ausgeprägten Ruhezeit würde ich mal auf eine kakteenähnliche Pflege tippen. Würde mich aber freuen, hierüber näheres zu erfahren.

Grüße,
Joachim


Hi Joachim,

die Pitcairnia heterophylla gehört zu einer ganzen Reihe von
Pitcairnia Arten, die heterophyll sind. Das heisst, die bilden im
Laufe der Vegetationsperiode 2 völlig verschiedene Blattformen aus.
Im Frühjahr (bei mir April - Mai) treiben die bis dahin "blattlosen" Pflanzen
lange, grüne Laublätter aus und wachsen bis in den Spätherbst.
Während dieser Zeit formen sie bereits kleine kugelförmige Kurztriebe
mit ganz stacheligen, chlorophyllosen Winterblättern aus.
Ab November beginnen sie die Laubblätter abzuwerfen und übrig bleibt
nur ein Polster mit den Kurztrieben. Die Art blüht hier zwischen Februar
und März vor dem Neuaustrieb .
Obwohl ich schon viele Standortbilder gesehen habe, auf denen sie
epiphytisch wachsen, so kultiviere ich meine getopft in kleinen
Plastikampeln (12-14 cm) in einem rellativ mineralischen Substrat,
ähnlich einer Kakteenerde. Sie machen eigentlich keine Probleme,
auch bilden sie i.d.R. von alleine Samen und keimen sehr schnell gut.
Die einzige etwas haarige Sache ist es, im Herbst den Zeitpunkt zu finden,
an dem man das Giessen nahezu einstellt.
Ich giesse ab November nur noch sehr spärlich (1-2 mal im Monat) ab
dem Moment, wo die ersten Blätter gelb werden.
Ansonsten sprühe ich dann nur noch. Wenn der Laubfall zu lange dauert,
habe ich auch schon mal mit der Schere nachgeholfen :oops:
Die Laubblätter haben an der Basis eine regelrechte Sollbruchstelle, an der
der obere Teil abbricht. Der verbleibende untere Blattteil rollt sich dann
lockenartig auf.

Alles in allem eine leicht zu pflegende Art, wie ich finde.
Übrigens gibt es hier noch einen älteren post über diese Art:
viewtopic.php?t=159

Gruss Timm
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Marlou
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Beitrag von Marlou » Mittwoch, 29 Juni 2005, 22:16

Hallo Ihr,

finde die Pitc. heterophylla total heiß! :shock: :shock:
Gibts jemanden, der mir (gegen Bezahlung) ein Kindel von der abgeben kann?
Oder wo gibts sonst solche Exoten?

Schöne Grüße, Marlou

Rodolfo
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Beitrag von Rodolfo » Samstag, 2 Juli 2005, 5:30

@ Don Manfred : wußte auch lange nicht daß es eine Bromelie ist.

@ JoachimInB : Bisher habe ich keine Probleme mit der Haltung, sie hat eine ausgeprägte Ruhepause wenn die nicht eingehalten wird kann es passieren, daß sich neue Blätter bilden bevor oder auch während sie
blüht. Ich sah da bisher keinen Nachteil. Schlechte Erfahrungen habe ich
mit eingetopften gemacht, war ihnen sicher zu naß und auch die neuen
Pflanzen konnten sich nicht ganz so gut entwickeln wie die aufgebundenen.
Aber nicht vergessen : ich habe andere klimatische Bedingungen und Möglichkeiten im Garten als ihr.

@ Marlou : wenn sie keiner hat, meine Pflanzen haben sich bei unserem
Klima schnell vermehrt, braucht nur vorbeizukommen ....

Saludos Rodolfo

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JoachimInB
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Beitrag von JoachimInB » Freitag, 2 September 2005, 9:23

Hallo Leute!

Neulich war ich wieder in Nicaragua und hatte auch Gelegenheit, wieder in die Region Jinotega im Norden des Landes zu reisen und einige Standorte, an denen ich bereits im April war, erneut aufzusuchen.

Dabei habe ich auch u.a. eine P. heterophylla (oder?) sowohl im noch nahezu blattlosen Zustand im April, sowie die gleiche Pflanze voll belaubt jetzt im August fotografiert. Leider sind die Fotos nicht im gleichen Maßstab und auch nicht exakt aus der gleichen Perspektive aufgenommen, aber man kann trotzdem einen Vergleich anstellen:

Bild
P. heterophylla bei Jinotega, April 2005

Bild
P. heterophylla bei Jinotega, August 2005 (gleiche Pflanze wie oben)

Regelrecht von den Socken war ich aber, als ich mir (zum Vergleich) das Bild vom April mal genauer angesehen habe (hier eine Ausschnittsvergrößerung):
Bild
Da ist ja eine Blüte drauf! :shock: Diese hatte ich bisher glatt übersehen :oops: Und die Blüte ist nicht arttypisch rot, sondern IMHO eher "blaß lachsfarben". Ist das womöglich die var. albiflora?

Grüße,
Joachim

Rodolfo
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Beitrag von Rodolfo » Samstag, 3 September 2005, 15:16

Hallo Joachim, kann zur Blüte leider nichts sagen, meine sind alle rot.
Für mich interessant daß sie in dieser Jahreszeit blüht. Kann das mit der
Umgebung zu tun haben, ich meine in einer Gegend in der es trotz der Regenzeit sehr trocken ist ?

Saludos Rodolfo

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JoachimInB
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Beitrag von JoachimInB » Samstag, 3 September 2005, 16:01

Rodolfo hat geschrieben:Für mich interessant daß sie in dieser Jahreszeit blüht. Kann das mit der
Umgebung zu tun haben, ich meine in einer Gegend in der es trotz der Regenzeit sehr trocken ist ?


Hola Rodolfo,

nein, die Aufnahme der blühenden Pflanze ist ja Ende April entstanden, als die Pflanze noch blattlos war. Jetzt sind die Pflanzen belaubt und blühen nicht. Aber ich hätte mal auf Saat achten sollen! Hinterher ist man bekanntlich immer schlauer. :oops:

Aber auf dem Vuklan Mombacho habe ich (mindestens) drei verschiedene Pitcairnia-Arten in Blüte erleben dürfen, in einem Umkreis von 100 m! Allerdings alles "unhandliche" Arten für Leute, die sowas nicht in ihrem Garten kultivieren können. ;-) Die Fotos poste ich demnächst hier.

Gruß,
Joachim

Rodolfo
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Beitrag von Rodolfo » Samstag, 3 September 2005, 23:56

Hallo Joachim dachte daß das Foto vom August war.....
... nun ist meine Bromelienwelt soweit wieder in Ordnung ! :oops:

Gruß Rodolfo

Timm Stolten
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Beitrag von Timm Stolten » Sonntag, 4 September 2005, 10:35

JoachimInB hat geschrieben: Ist das womöglich die var. albiflora?

Grüße,
Joachim


Hallo Joachim, mal wieder ein paar tolle Bilder von Dir, super !
Die Varietät alba habe ich bisher noch nicht live gesehn. Dein Namensvetter
hat mir mal Samen organisiert, aber die Jungpflanzen sind noch nicht blühfähig.
Bei den "normalen" heterophylla habe ich aber auch beobachtet, daß die
alte Infloreszenz nach der Blüte verblasst, daher wäre ich mit der
Zuordnung noch zurückhaltend. Du hast nicht "zufällich" ein paar Samen gefunden ? ;-)

Gruß Timm
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JoachimInB
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Beitrag von JoachimInB » Sonntag, 4 September 2005, 10:50

Timm Stolten hat geschrieben:
JoachimInB hat geschrieben: Die Varietät alba habe ich bisher noch nicht live gesehn. Dein Namensvetter hat mir mal Samen organisiert, aber die Jungpflanzen sind noch nicht blühfähig.


Moin Timm,
aber das heißt ja zumindest schon mal, dass du Pflanzen hast. :-)

Timm Stolten hat geschrieben:Du hast nicht "zufällich" ein paar Samen gefunden ? ;-)


"Hinterher ist man immer schauer"

Das mit der verblassten Infloreszenz klingt einleuchtend. Immerhin war die Blüte so blass, dass ich sie an der Standortpflanze damals "live" gar nicht bemerkt habe :oops: sondern erst vor zwei Tagen beim Betrachten eines im April gemachten Fotos. Sachen gibt's!....

Gruß,
Joachim

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Beitrag von Timm Stolten » Sonntag, 4 September 2005, 11:05

JoachimInB hat geschrieben:Moin Timm,
aber das heißt ja zumindest schon mal, dass du Pflanzen hast. :-)


Jo, aber traue dem Namen erst, wenn ich tatsächlich eine weiße Blüte erhalte.
Vertrauen ist gut, Kontrolle is besser.

Grüssle, Timm
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Joachim

Beitrag von Joachim » Sonntag, 4 September 2005, 11:39

Morgen Leute,
na soweit ist das jetzt mit dem Vertrauen?

das war Samen der weißen Form aus dem Bot.Garten Erlangen!!!
Ich schwöre!!!!

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JoachimInB
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Beitrag von JoachimInB » Sonntag, 4 September 2005, 18:39

Timm Stolten hat geschrieben:
JoachimInB hat geschrieben: Ist das womöglich die var. albiflora?


Bei den "normalen" heterophylla habe ich aber auch beobachtet, daß die
alte Infloreszenz nach der Blüte verblasst, daher wäre ich mit der
Zuordnung noch zurückhaltend.


Hallo nochmal, schau mal hier:
http://mobot.mobot.org/cgi-bin/search_v ... 48_001.jpg oder hier:
http://digitalis.mobot.org/mrsid/bin/mo ... ROAT+46117
Auch beides eindeutig "hell" blühende Varietäten. Könnte es sein, dass helle heterophyllas (nicht notwendigerweise identisch mit als var. albiflora bekannten Pflanzen) in Nicaragua besonders häufig oder gar die Regel sind?

Verblüffte Grüße,
Joachim

Rodolfo
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Beitrag von Rodolfo » Sonntag, 4 September 2005, 19:04

Hallo Forum, wenn ihr die Beiträge von unseren Forumsmitgliedern
gelesen habt, dann gilt fast übereinstimmend von Brasilien bis El Salvador, daß bestimmte Bromelienarten von der einheimischen Bevölkerung einfach ignoriert werden. Es sind fast immer Ausländer
die sich auf Bromelien spezialisiert haben. Ich glaube ( lasse mich jedoch
gerne berichtigen ) daß bisher keine wissenschaftlichen Beobachtungen am Naturstandort über einen längeren Zeitpunkt gemacht worden sind.

Besonders zu erwähnen von meiner Seite : wie weit kann eine starke
Sonnenbestrahlung ( ich meine natürlich die Tropensonne ) die Farben
der Bromelie beeinflussen ?

Dann wie schon von Timm bemerkt wie stark verändert sich die Ähre oder Blüte mit der Zeit ?

Fragen über Fragen aber irgendwann kommen dann doch mal die richtigen Antworten.

Aus El Salvador viele Grüße

Rodolfo

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