Spinnmilben (Rote Spinne) an Bromelien ?

Fragen zur Kultur und Pflege, Vermehrung, Düngung, Technik,
Schädlingen und Pflanzenschutz etc.
Timm Stolten
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Spinnmilben (Rote Spinne) an Bromelien ?

Beitrag von Timm Stolten » Donnerstag, 8 Dezember 2005, 21:42

Tach zusammen, jetzt habe ich mal eine Frage an alle da draußen.
Hat jemand von Euch schon mal Spinnmilben (Rote Spinne) an
weichlaubigen Bromelien beobachtet ?
Ich habe seit einiger Zeit ein Schadbild an einigen Guzmanien und
T. nubis, das genauso aussieht wie das von Spinnmilben, habe aber noch
keine Viecher entdecken können.
Da mir sowas bisher noch nicht untergekommen ist, wollte ich mal wissen, ob
Bromies da generell für anfällich sind.

Bis gespannt.

Gruß Timm
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StBaldauf
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Beitrag von StBaldauf » Donnerstag, 8 Dezember 2005, 21:55

gelöscht

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Matthias
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Beitrag von Matthias » Freitag, 9 Dezember 2005, 11:01

Hallo Timm,
endlich meldet sich auch einmal ein anderer mit diesem „Problem“. Mich wundert nur, dass die kleinen Plagegeister auch in Gewächshauskulturen auftreten. Bei mir tauchen die Spinnmilben pünktlich zum Beginn der Wintersaison auf. Ich denke aber, dass liegt mehr an dem Fehlen der natürlichen Feinde und an der trockenen Luft, die ein schnelles Ausbreiten noch begünstigt. Leider sieht man die Schadbilder bei den grauen Tillandsien sehr schwer, besonders wenn die Milben in den Blattachsen ihr Unwesen treiben. Dann rollen sich die Blätter ähnlich wie bei zu langer Trockenheit zusammen. Anfangs hatte ich bei diesen Anzeichen noch öfter gesprüht und mich irgendwann gewundert, dass mir die Pflanzen verfaulten. Irgendwann hat mich dann einmal der Putzwahn befallen und beim Abziehen der zum Teil trockenen zusammengerollten Blätter fand ich dann die Schadbilder und auch die Milben. Ich denke, wenn man die Pflanzen über den Sommer im Freien hat, kann es hin und wieder vorkommen, dass ein Befall auftritt. Da ich meine Tillandsien im Winter in der Wohnung kultivieren muss habe ich es bislang erst einmal ohne Chemie versucht und Raubmilben eingesetzt. Im vergangenen Jahr hat es super funktioniert. Für dieses Jahr kann ich noch keine Aussagen darüber machen. Mein Gärtner wiederum verwendet in seinem Gewächshaus ein Pflanzenspray mit Lizetan und meint es wirkt recht gut, da auch verdeckt sitzende Milben mit bekämpft werden können. Hat damit jemand Erfahrungen und könnte mir sagen ob ich dieses Mittel auch bedenkenlos im Wohnraum einsetzen kann. Meine zwei Jungs (4 Jahre) sind eh andauern erkältet, da möchte ich nichts riskieren.
Danke Matthias Böhme

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JoachimInB
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Re: Spinnmilben (Rote Spinne) an Bromelien ?

Beitrag von JoachimInB » Freitag, 9 Dezember 2005, 14:26

Timm Stolten hat geschrieben:Tach zusammen, jetzt habe ich mal eine Frage an alle da draussen.
Hat jemand von Euch schon mal Spinnmilben (Rote Spinne) an
weichlaubigen Bromelien beobachtet ?


Moin Timm,

Nachfrage zur Terminologie: Meinst du Spinnmilben oder Rote Spinne? Das ist meines Wissens ein großer Unterschied. Rote Spinne habe ich noch nie irgendwo an meinen Pflanzen beobachtet. Spinnmilben dagegen sind das Grauen! Meine Bromelien sind zwas bisher weitestgehend verschont geblieben, aber an Fuchsien und Bananenstauden haben sie bei mir schon schwerste Schäden angerichtet. Und zwar meistens im Herbst/Winter. Man erkennt diese Viecher allerdings sehr gut, da sie sehr beweglich sind, allerdings meist auf den Blattunterseiten rumkrabbeln. Abduschen, einseifen, abduschen. Das hilft für jeweils ein paar Tage. Aber bei Bromelien? Tillandsien? Ich mag mir das nicht einmal vorstellen. :-(

Gruß,
Joachim

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Rainer Hasselmann
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Beitrag von Rainer Hasselmann » Freitag, 9 Dezember 2005, 17:11

Hallo alle miteinander,

hatte zum Glück schon lange mehr keine Probleme mit Spinnmilben, an
Bromelien noch nie. Früher war meine Birkenfeige u.a. regelmäßig im Winter
davon befallen, ich habe die Töpfe (nur die Töpfe, nicht die Pflanze) dann
in eine Plastiktüte gesteckt sie am Wurzelhals zugebunden und unter der
Dusche mit lauwarmem Wasser unter einem kräftigen Strahl abgeduscht.
Hat zumindest für den Rest des Winters geholfen. Raubmilben hab ich auch
einmal probiert, hat auch gut geholfen aber eben etwas Geld gekostet.

Gruß Rainer

Timm Stolten
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Re: Spinnmilben (Rote Spinne) an Bromelien ?

Beitrag von Timm Stolten » Freitag, 30 Dezember 2005, 16:30

JoachimInB hat geschrieben:Nachfrage zur Terminologie: Meinst du Spinnmilben oder Rote Spinne?


Das ist beides dasselbe, zumindest im Zierpflanzenbau werden da keine
Unterschiede gemacht.

Normalerweise handelt es sich dabei um
Tetranynchus utricae, die gemeine Spinnmilbe.
Sie lässt die sich gut mit Nützlingen bekämpfen,
v.a. Raubmilben (Amblyseius oder Phytoseiulus persimilis).
1 Raubmilbe kann ca. 200 Spinnmilben-Eier und Jungtiere oder
50 erwachsene Spinnmilben aussaugen
Allerdings ist der Einsatz im Winter nicht so ganz einfach.
Man muss für konstante und etwas höhere Temperaturen sorgen und das
ist bei unsere antiquierten Technik kaum möglich und schon mehrfach
gescheitert.
Da werde ich wohl zur (chemischen) Keule greifen müssen, denn inzwischen habe ich
die Biester überall entdeckt.

Gruß Timm
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tim
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Beitrag von tim » Freitag, 30 Dezember 2005, 18:03

ich kenne das problem mit den spinnmilben auch zur genüge,habe sie häufiger an basjoo.klonen im frühjahr.sobald du was siehst solltest du mit der chemischen keule reinklotzen.hör dich nmal bei älteren gärtnereien um,die haben häufiger noch mittel die zwar nichtmehr zugelassen sind,aber dafür helfen die wenigstens richtig gut...
tim

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Beitrag von Timm Stolten » Freitag, 30 Dezember 2005, 18:32

tim hat geschrieben:...hör dich nmal bei älteren gärtnereien um,die haben häufiger noch mittel die zwar nichtmehr zugelassen sind,aber dafür helfen die wenigstens richtig gut...
tim


Danke Namensvetter für den Tipp, aber bevor ich mit sowas meinen Job
(siehe Profil (Link)) und meine Gesundheit aufs Spiel setzte,
bleibe ich lieber bei dem was mir der Gesetzgeber erlaubt.
Wir sollten diesbezüglich ein wenig aufpassen, was wir schreiben und z.B.
auch keine Erfahrungen und Tipps zu nicht, oder nicht mehr zugelassenen
Pflanzenschutzmitteln hier geben, da dies ein öffentliches Forum ist,
und ich keine Lust habe, daß morgen ein grüner Mannschaftswagen vor
meiner Haustür steht. :epray
Bitte versteh mich nicht falsch, das soll kein Rüffel sein sondern nur eine
Bitte an Dich und alle anderen.

Euch allen noch einen guten Rutsch !!

Gruß Timm
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Beitrag von tim » Freitag, 30 Dezember 2005, 18:45

ist ja nicht schlimm,ich benutze auch nur zugelassenen mittel,kenne das problem aber aus der massenkutur von cymbiedien,in einer gärtnerei in der nähe,und die haben so ihre probleme die ficher loszuwerden.
ps: wusste nicht das du im bot. arbeitest

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Matthias
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Beitrag von Matthias » Mittwoch, 4 Januar 2006, 8:35

Hallo Timm,
wenn du schon einige Spinnmilben entdeckt hast, dann kontrolliere deine Pflanzen jetzt regelmäßig. Wenn du es verpasst, hast du da ganz schnell einen ordentlichen Befall zu verzeichnen. Ich kämpfe momentan auch mit der chemischen Keule trotz meiner Bedenken wegen den Kindern. (ich sprühe nur nachts im Bad und lasse die Abluft dann an, ich hoffe das hilft) Die Raubmilben haben es in diesem Jahr nicht gebracht. Vielleicht habe ich sie zu spät bestellt. Besonders haben es die Biester auf meine Caput-Medusaes abgesehen. (die sehen erbärmlich aus :cry: ).
Ich habe übrigens einen recht interessanten Artikel im www gefunden. Schau mal ob es dir was nützt.
http://www.kuebelpflanzeninfo.de/pflege/schaedling.htm

Abschließend möchte ich der kleinen Forum Gemeinde noch ein erfolgreiches Jahr 2006 wünschen und ich hoffe, dass auch dieses Jahr wieder viele interessante Beiträge im Forum bereithält.
Danke an alle Matthias.

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Denis Gödecke
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Kampf den Spinnmilben!

Beitrag von Denis Gödecke » Freitag, 20 Oktober 2006, 23:34

Kampf den Spinnmilben!

Gegen Ende des letzten Winters hatte ich auch ein kleines Problem mit Spinnmilben. Laut Beschreibung erweisen sich die Extrakte aus den Samen des Neembaumes als wirksame Mittel gegen Schädlinge. Es soll die derzeit beste Lösung gegen Läuse, Weiße Fliege, Thripse und Spinnmilben sein. Es wirkt angeblich sofort immobilisierend und die Wirkung ist noch komplexer, als die von Confidor.

Bild

Wer hat Erfahrungen zur Anwendung von Neem gegen Schädlinge, insbesondere gegen Spinnmilben?

Erwartungsvoll

Denis

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Denis Gödecke
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Beitrag von Denis Gödecke » Montag, 23 Oktober 2006, 23:24

Alle Erfahrungsträger nach dem Gebrauch an den Folgen verstorben?

... oder hat es noch keiner ausprobiert?

Denis

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Matthias Lieber
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Beitrag von Matthias Lieber » Dienstag, 12 Dezember 2006, 22:33

Hallo Freunde...

die Vitrinenfraktion meldet sich hiermit zurück im Forum!
(Vieleicht ja endlich wieder regelmäßig)

Hatte in diesem Jahr auch ein größeres Problem mit Spinnmilben,und...
Die Biester scheinen Brasilianer besonders gern zu mögen!!! Leider...
Habe dann auch diese Lizetan-Mittel benutzt und mit Erfolg - aber eben nur,weil es u kalt für den Versand von Nützlingen war !
Einer natürlichen Methode sollte man in jedem Fall den Vorrang lasssen.

Übrigens sagte die nette junge Dame im Gartencenter,dass die Kerlchen feuchte Wärme mit frischer Luft absolut nicht mögen...
Tun sie doch !!!

Adios Matthias

Peter Kendzierski
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Beitrag von Peter Kendzierski » Mittwoch, 13 Dezember 2006, 10:27

Hallo, ich bin ja " Neu " hier, aber mit Pflanzen beschäftigen wir uns schon lange. Unser im Winter viel zu volles Gewächshaus, Orchideen, Bromelien und Tillandsien wird regelmäßig mit Confidor ( sehr teuer ) gespritzt. Nach der Aussage einiger namhafter Orchideenfreunde ( ich lass mir doch nicht meine wertvollen Pflanzen kaputt machen ... ) sprühen wir unbedenklich. Es gibt auch "Provado" mit 5% Imidacloprid wesentlich preiswerter. Ist auch in Räumen anwendbar gegen Schmierläuse und saugende Insekten usw Gruß Peter

Timm Stolten
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Beitrag von Timm Stolten » Mittwoch, 13 Dezember 2006, 19:22

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole und einigen erneut
auf die Nerven gehe.............
Beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln (PSM) ist höchste Vorsicht
geboten.

Peter Kendzierski hat geschrieben:...Nach der Aussage einiger namhafter
Orchideenfreunde ( ich lass mir doch nicht meine wertvollen Pflanzen
kaputt machen ... ) sprühen wir unbedenklich. .

Confidor ist sicherlich ein probates Mittel, aber es ist in erster Linie
ein Insektizid, will also heissen, es wirkt gegen Insekten.
Siehe Produktinfo von Bayer (Link).

Spinnmilben gehören zu den Spinnentieren (8 Beine) und
werden mit Akariziden bekämpft. Manche PSM überschneiden
sich zwar in der Wirkung, sind aber meist auf ganz bestimmte
Schädlinge ausgerichtet.

Peter Kendzierski hat geschrieben:Ist auch in Räumen anwendbar ..

Davon rate ich dringend ab !!
Das Mittel ist in der Giftklasse XN (Gesundheitsschädlich) eingeordnet.

Zitat aus dem Datenblatt des Bundesamtes für Verbraucherschutz (Link):
SF189: Das Wiederbetreten der behandelten Flächen/Kulturen ist am
Tage der Applikation nur mit der persönlichen Schutzausrüstung
möglich, die für das Ausbringen des Mittels vorgegeben ist.
Nachfolgearbeiten auf/in behandelten Flächen/Kulturen dürfen
grundsätzlich erst 24 Stunden nach der Ausbringung des Mittels
durchgeführt werden. Innerhalb 48 Stunden sind dabei der
Standardschutzanzug (Pflanzenschutz) und Universal-Schutzhandschuhe
(Pflanzenschutz) zu tragen
.


Nach meinem letzten Kenntnisstand ist die Anwendung von PSM
generell im privaten Bereich nicht erlaubt. Ich weiß, dass es
einem in den Fingern juckt, wenn die Pflanzen leiden, aber leider
sind durch unachtsamen Umgang schon sehr schlimme Dinge passiert.
Das beginnt schon beim Abmessen. Wenn ich mich recht erinnere,
dann liegt die Standardkonzentration für Confidor bei etwa
0.01 - 0.015% (max 0,035%).
Das wären 0,1 - 0,35 g auf 1 Liter Spritzbrühe.
Habt ihr alle eine solche feine Waage ?

Dann lieber die Pflanzen zum Gärtner des Vertrauens bringen und für
ein paar Euros vom Fachmann richtig behandeln lassen.
Oder operiert ihr Eure Katzen auch selbst ?

@ Peter: Nicht böse sein, ist nicht gegen Dich. Wir hatten nur schon
öfter mal das Thema Pflanzenschutz hier und mir graut davor,
was manche Leute daheim sich so zusammen brauen und wie
sorglos da mit hochgiftigen Substanzen hantiert wird.

LG Timm
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