Spinnmilben (Rote Spinne) an Bromelien ?

Fragen zur Kultur und Pflege, Vermehrung, Düngung, Technik,
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Woodman
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tierische Schädlinge

Beitrag von Woodman » Sonntag, 25 Dezember 2011, 21:26

Hallo,
es gibt nicht viele Themen zum Ungeziefer. Dieses undhttp://forum.dbg-web.de/viewtopic.php?f=14&t=689&hilit=L%C3%A4use.
Ich bin bei meiner Nachweihnachten - Lektüre drauf gestoßen. Timm, Dein ehemaliger Rentner, denn Du kennst, schreibt in seinen Papieren
... hat geschrieben:Bei der Bekämpfung der Schildläuse mit handesüblichen Präparaten ist Vorsicht geboten, da nicht nur die Schildläuse vernichtet werden, sondern auch den Bromelien aufgrund ihrer besonderen Lebensweise beträchtlicher Schaden zugefügt werden kann.
Er nennt aber keine Präperate o. Produkte. Ich kann ja keine Seifenlösung oder wässige Lösung für Tillandsien nehmen. Auf der Rosenseite http://www.meinerosen.de/rosenschdlinge/ steht unter Roter Spinne: Mit Ackerschachtelhalmbühe gießen. Es gibt ja die schnell laufenden Sauger, Beißer und die Langsamen. Und eine Schildlaus sitzt ja fest.

Ich weiß und wüßte keinen Rat bei Roter Spinne, alle Formen von Läusen, und hoffendlich nicht auch so was ähnliches wie Tripse. (Die kleinen Flieger oder Springer hab ich auf ner sehr zarten Vulkanpalme weggebombt :lol: (Sorry :oops: )

Kann man nach vielen Jahren das Thema neu aufleben lassen :?: :?:

Ich selbst und mein Vater nutzen Bi58 (orangenes Schild mit schwarzem Kreuz + "Xn") Wirkstoff Dimethoat. Ein Handelsprodukt. Da es ein Kontaktgift ist Handschuhe an, nicht einatmen, hat es bisher gegen alles geholfen auf den Pflanzen und im Boden, was beißt oder saugt übernehme aber für nichts die Garantie, das was eingeht!. Nutze es im Sommer im Freien nach 21-22 Uhr u. im Winter im Keller o. auf dem Boden über Nacht, weil es sehr stinkt!!! ---Aber für Tillandsien kannnnn ich's nicht nehmen.
Was könnte man nehmen gegen tierische Schädlinge (sie beißen und saugen ja alle)??

Viele Grüße
Woodman
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JoachimInB
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Re: Spinnmilben (Rote Spinne) an Bromelien ?

Beitrag von JoachimInB » Sonntag, 9 September 2012, 13:56

Diese Frage treibt mich auch um. Gerade bin ich aus dem Urlaub zurück und was sehe ich? Dyckia brevifolia voller Spinnmilben. Schon richtig dicke Gespinste! Dabei dusche ich die Pflanzen im Sommer regelmäßig (ja wirklich: unter der Dusche mit der Brause!), was sicher schon mal etwas hilft. Aber im Winter geht das ja nicht und man merkt den Spinnmilben ihre Vorfreude auf die trocken-warme Zimmerluft im Winter förmlich an!

Im Moment stehen die meisten Pflanzen draußen auf dem Balkon und dort kommt es derzeit zu keinem nennenswerten Befall. Der tritt nur in der Wohnung (Wintergarten in Südlage, warm+trocken) auf! Aber da kann ich die Anwendung chemischer Keulen vergessen. Ich überlege nun, solange es noch einigermaßen warm ist, alle Pflanzen auf den Balkon zu stellen und den Wintergarten gründlich zu säubern, um nicht in den Ecken noch irgendwo Spinnmilbenkolonien zu übersehen. Wie lange überleben Spinnmilben ohne Wirtspflanze? Parallel dazu will ich auf dem Balkon die Keule schwingen. Möglichst nicht zu viel Chemie, klar. Aber bei der Gelegenheit vielleicht auch gleich ein Fungizid für den Winter. Und dann (nach einigen Tagen) die Pflanzen pö-a-pö in die Wohnung einräumen. Ich denke mal, dass von den Pflanzen bereits aufgenommene Insektizide wohl nicht oder nur kaum an die Zimmerluft abgegeben werden, oder? Welche Mittel eignen sich für sowas? Ich stelle mir vor, die Pflanzen auf dem Balkon vor der Behandlung eine Woche dursten zu lassen, damit sie anschließend möglichst viel mit Gift versehenes Gießwasser aufnehmen.

Ich habe natürlich auch an den Einsatz von Raubmilben gedacht, aber wie ich lese muss hierfür die Luftfeuchtigkeit > 60% sein, was ich im Wintergarten nicht hinkriege. Evtl. kurzzeitig sowas wie ein Foliengewächshaus für diesen Zweck basteln? Hat sowas mal jemand gemacht?

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Woodman
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Re: Spinnmilben (Rote Spinne) an Bromelien ?

Beitrag von Woodman » Sonntag, 9 September 2012, 20:00

Hallo Bln. Joachim,
jaaa, es ist nicht schön, wenn man aus dem Urlaub kommt und einen dicken fetten Schreck bekommt :twisted:
Ich möchte versuchen, mich kurz zu fassen! (Denn I kann it not!)

Eine starke "Keule" nicht für Bromelien( :!: ) ist Bi 58 (offiziell zugelassen) gegen beißende und saugende Insekten. Früher farlos, heute bläulich eingefärbt. Es stinkt bestialisch hoch 10 und kannst :esick werden. Immer im Freien verwenden und dort mache ich's abends, wenn die Nachbarn nicht mehr draußen rumgriechen! Ich glaube 3-4 Wochen Karenzzeit. (Vater hat damit früher den ganzen Kirschbaum eingeweicht - 5/7 Wochen später hatten wir die einzigsten Kirschen OHNE Maden) Einen Wintergarten solltest Du damit NIE behandeln - weil Wohnraum! Aber Gewächshaus (OHNE Obst und Gemüse) JA für mögliches Ungeziefer. ATEMSCHUTZMASKE aufsetzen oder 10 Minuten Luft anhalten :ewhistle ! Ein paar Stunden einwirken lassen und dann Lüften. Für mehr Infos bitte Mail an mich [auch Telefon gibt's]

Für Bromelien: Ich bin ein WebseitenLINK Sammler um alles was mich interessiert schnell zu finden!! Dein und unser aller Problem steht unter "Insektizide und Fungizide für Tillandsien": http://forum.dbg-web.de/viewtopic.php?f=17&t=1943&p=10361&hilit=3+in+1+Sch%C3%A4dlingsfrei#p10361
Nach den Bildern folgt "alles" für Bromelien. Auch hatte ich was da gefragt. Auch hat Uwe Tholen was zu den "biologischen Kampftruppen" (lebende Ungeziefer Vernichter) geschrieben. Bei mehr Interessen ihn selbst Fragen.
Tschau und LG
Klaus aus GR
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Denis Gödecke
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Re: Spinnmilben (Rote Spinne) an Bromelien ?

Beitrag von Denis Gödecke » Donnerstag, 13 September 2012, 0:10

Hallo Joachim, hallo Woodman,

Bi 58
Wirkstoff Dimethoat ist ein Insektizid, dass auch als Akarizid eingesetzt werden kann. Besser ist jedoch gleich ein Akarizid zu verwenden. Bi 58 stinkt nur, weil extra Geruchstoffe beigesetzt werden. Ebenso wie die Farbstoffe, dienen diese dazu, dass der nicht PSM-ausgebildete Laie nicht damit rumsaut! Sonst ist Dimethoat wohl geruchlos (habs noch nicht geschnüffelt ... :edoh ). Der Einsatz draußen ist umstritten, weil es zu den verdeckten Bienenmördern gehört! Es wird auch im Gartenbau und in der Landwirtschaft im größeren Maßstab eingesetzt. Besonders "populär" war eine Aktion in hessischen Wäldern vom Flugzeug aus, um eine Maikäferplage einzudämmen. Wer sowas genehmigt, hat als Aufsichtsbehörde absolut keine Ahnung von Insekten und Pflanzenschutz.

Zum Problem der Spinnmilben:
Eigentlich sind sie fast immer da, wenn sie nicht regelmäßig eingedämmt werden, weil der Indoorbereich optimal für ihre Lebensweise ist. Im Handel sind für den "Hausgebrauch" einige geeignete und pflanzenverträglich Mittel.
z.B. Zierpflanzenspray Lizetan Plus von Bayer
- Methiocarb 0,5 g/kg
- Thiacloprid 0,25 g/kg
z.B. Axoris Insektenfrei von Compo
- Abamectin 0,015 g/l,
- Thiamethoxam 0,1 g/l
Bei letzterem ist das Abamectin der Spinnmilben-Killer, dort jedoch nur in geriner Konzentration vorhanden. Es gibt auch ein gewerbliches Mittel Vertimec - da ist richtig Abamectin drin. Das dürfen aber nur die bösen Jungs ...
Letzteres wirkt als Kontakt- und Systemgift, d.h. das beugt auch einige Wochen vor, wenn Du jetzt noch spritzt. Immer vor dem Reinräumen. Keine Spritzbrühe in den Trichtern stehen lassen - gut bei Dyckien weniger. DIe Temperatur während der Anwendung/Einwirkung sollte über 15 und unter 22°C liegen. Nicht bei voller Sonne. Obwohl man einge Mittel miteinander zusammen anwenden kann, halte ich persönlich die Anwendung von PSM für sicherer (min. 14 Tage Abstand zwischen Insektizid/Akarizid und Fungizid).
Keine Garantie für nichts - meine Pflanzen haben es gut vertragen. Angegebene Menge natürlich nicht überschreiten.
Gruss
Denis

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Woodman
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Re: Spinnmilben (Rote Spinne) an Bromelien ?

Beitrag von Woodman » Donnerstag, 13 September 2012, 6:15

Denis, oh Mannnn, warst Du aber ganz fleißig beim Schreiben!!! Kann ich da nur ganz schnell sagen :edance :eclap :edance
Denis Gödecke hat geschrieben:Der Einsatz draußen ist umstritten, weil es zu den verdeckten Bienenmördern gehört! Es wird auch im Gartenbau und in der Landwirtschaft im größeren Maßstab eingesetzt. Besonders "populär" war eine Aktion in hessischen Wäldern vom Flugzeug aus, um eine Maikäferplage einzudämmen. Wer sowas genehmigt, hat als Aufsichtsbehörde absolut keine Ahnung von Insekten und Pflanzenschutz.

In allen Punkten gebe ich Dir 1000%ig recht! Alle nützlichen Tierchen und Tiere gehen da drauf!!

Meine Angst bei anderen Produkten, daß sie die Saugschuppen verkleistern/verkleben könnten. Oder auch bei Spay, die vielleicht negative Wirkung von dem Treistoff auf die empfindlichen Pflanzen!

Gern greife ich auf das zurück, was andere schon positiv eingesetzt haben. Danke Denis
LG
Klaus
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JoachimInB
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Re: Spinnmilben (Rote Spinne) an Bromelien ?

Beitrag von JoachimInB » Freitag, 14 September 2012, 19:27

Hallo Leute, danke für's Feedback!

Ich habe jetzt folgendes geplant: doppelte Keule, aber nur gaaaanz sachte. Und zwar werde ich die wäremeliebenden Sachen, die ich nicht mehr lange draußen halten kann, mit Lizetan "3 in 1" behandeln, das immerhin nicht bienengefährlich ist. Die bis in den unteren einstelligen Bereich kältetoleranten Pflanzen wie Dyckia brevifolia behandele ich dagegen mit Bi58. Und von diesen auch nur jene, die sich bereits als besonders anfällig gegen Spinnmilben herausgestellt haben. Sämtliche Behandlungen ausschließlich durch Gießen und auf dem Balkon. Spritzen geht unter meinen Bedingungen einfach gar nicht.

Auf Fungizid verzichte ich ganz. Mit Pilzerkrankungen habe ich selten Probleme bzw. meist nur infolge einer vorherigen Schwächung durch "Viecher". Einige Schäden an Dyckien im letzten Winter durch anscheinend zu viel Wasser von oben (Überbrausen als Vorbeugung von ... na was wohl?... Spinnmilben!) hoffe ich diesmal vermeiden zu können.

Die Kombination Gift+Wohnraum ist schon eine heikle Sache und ich hoffe, dass diese einmalige Keule die Pflanzen besser über diesen als über den letzten Winter bringt. Ist halt immer ein Problem. Die Pflanzen stehen sehr dicht und wenn ich zuhause bin ist es im Winter meist dunkel, so dass ein gründlicher Check der Pflanzen nicht so einfach ist.

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Re: Spinnmilben (Rote Spinne) an Bromelien ?

Beitrag von Woodman » Freitag, 14 September 2012, 20:00

JoachimInB hat geschrieben:Sämtliche Behandlungen ausschließlich durch Gießen und auf dem Balkon. Spritzen geht unter meinen Bedingungen einfach gar nicht.

Hi Joachim, :ehand :Enaughty :ehand Bi 58 NIE sprühen :!: Es sei denn, Du willst das Umfeld der Pflanzen auch bekämpfen!
Pflanze in einen größeren Untersetzer stellen, mit Bi 58 gießen, bis es durchläuft. Dann sättigt sich der Boden damit, alle Wurzeln nehmen es auf und transportieren es bis in die letzte Blattspitze.
LG
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Re: Spinnmilben (Rote Spinne) an Bromelien ?

Beitrag von Denis Gödecke » Freitag, 14 September 2012, 20:56

Hallo Joachim, hallo Klaus,
Bi 58 wirkt als Kontakt- und Frassgift, d.h. es ist effektiver, wenn es neben seiner systemischen Wirkung auch zum Benetzen der Pflanze (Brause, Grobsprüher) verwendet wird. Bei empfindlichen Pflanzen kann es zu Blattschäden kommen. Allerdings würde ich Xerophyten nicht unbedingt dazu zählen.
Die systemische Wirkung hält je nach Präparat 8 ... 12 Wochen an. Bei Dimethonat gehen die Chemiker von mind. 8 Wochen aus.
Problematische Phasen aus meiner Sicht sind:
1. Einige Wochen nach dem Reinräumen, insbesondere wenn nicht mit PSM behandlet wurde. Die schnelle Trockenheit beflügelt wohl die Massenvermehrung.
2. Einige Wochen nach Weihnachten. Die Heizperiode hat maximale Luftrockenheit erreicht, Lichtmangel, die Wirkung der letzten PSM-Behandlung geht langsam verloren.

@Joachim, mit der hohen Pflanzendichte ist es ein echtes Problem. Man kann die Einzelpflanze weder richtig einsehen, noch richtig herausnehmen --> Kontrolle. Da die meisten ungebetenen Gäste zu Fuß gehen (Schild- und Schierläuse, Spinnmilben) ist die hohe Dichte der Wandertätigkeit förderlich.
Grüsse und viel Erfolg!
Denis

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Re: Spinnmilben (Rote Spinne) an Bromelien ?

Beitrag von Woodman » Freitag, 14 September 2012, 21:34

Denis Gödecke hat geschrieben:Bi 58 wirkt als Kontakt- und Frassgift, d.h. es ist effektiver, wenn es neben seiner systemischen Wirkung auch zum Benetzen der Pflanze (Brause, Grobsprüher) verwendet wird. Bei empfindlichen Pflanzen kann es zu Blattschäden kommen.

Vielen Danke für die neue INFO!! Man lernt nie aus :edance
Blattschäden beuge ich vor, in dem ich erst einen Blattzipfel benetze :ewhistle . Den Test mache ich immer (bei neuen Pflanzen!) an den untersten Blättern, ob sie einen Schaden bekommen.
Denis, arbeitest Du im Umweltschutz (Greenpeace)?

LG
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Re: Spinnmilben (Rote Spinne) an Bromelien ?

Beitrag von Denis Gödecke » Samstag, 15 September 2012, 12:09

Woodman hat geschrieben:Denis, arbeitest Du im Umweltschutz (Greenpeace)?

... mit Umweltschutz habe ich nur im weiteren Sinn zu tun, aber ganz sicher nicht in einer Organisation oder Behörde!
PSM - Erfahrung macht klug, bzw. zumindest klüger. Ein DBG-Freund teilt die Bromelienliebhaber in "Bestatter" und "Vermehrer" :lol: . Ich würde wohl in die Kategorie "Bestatter" fallen ...
Richtige ausgebildete Gärtner wissen zum Umgang und zur Anwendung mit PSM mehr und haben sa vielleicht auch andere Meinungen. Auf den DBG-Treffen war das immer Mal ein Thema - genauso wie "richtig/überhaupt düngen". Das sind so Philosophien, die da aufeinander treffen - da muss sich jeder seine Meinung selbst bilden.
Gruss
Denis

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Re: Spinnmilben (Rote Spinne) an Bromelien ?

Beitrag von Woodman » Samstag, 15 September 2012, 19:53

Denis Gödecke hat geschrieben:Ein DBG-Freund teilt die Bromelienliebhaber in "Bestatter" und "Vermehrer" :lol: . Ich würde wohl in die Kategorie "Bestatter" fallen ...
Auf den DBG-Treffen war das immer Mal ein Thema - genauso wie "richtig/überhaupt düngen". Das sind so Philosophien, die da aufeinander treffen - da muss sich jeder seine Meinung selbst bilden.

... wenn ich Dich so höre, äh lese - hast Du so manches mit Timm gemeinsam: Humor und Liebe zu den Pflanzen.
Stufe Dich nicht so weit herunter "Bestatter". Fehler macht jeder Mal :!: Auch meine Bildgeschichte über den Samen ist zu ENDE :!: :!: :!: Nur weil ich NICHT auf meine innere Stimme gehört habe(!!!), sondern glaubte, sie vertragen 1-2 Stunden Sonne. - Ich hab's bis jetzt noch nicht verarbeiten können!!!!
Deshalb frage ich auch soooo viiiiel!!
"genauso wie "richtig/überhaupt düngen" - Regen, Nebel, Tau, sprühen = Feuchte. Da habe ich schon genug privat gehört am Telefon u. Mail. Ohne bei DBG-Treffen dabei zu sein! So frage ich mich schon eine Weile: "Ist auf der südlichen Erdhalbkugel in der Feuchte der Luft auch Dünger? ;-) :? Denn da unten geht ja auch die Sonne im Westen auf und im Osten unter :lol: "
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Re: Spinnmilben (Rote Spinne) an Bromelien ?

Beitrag von Roseiflora » Mittwoch, 11 Dezember 2013, 22:51

Rote Spinnmilbe

Sie ist rötlich und viel kleiner, als die gemeine Spinnmilbe, mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Sie macht kein oder nur sehr wenig Gespinnste und stolziert langsam auch auf der Oberseite der Blätter herum. Auf glatten Blättern kann ein „Wischtest“ mit weißem Taschentuch zur Identifizierung helfen. Ist es danach rot gesprenkelt, ist sehr wahrscheinlich die rote Spinnmilbe vorhanden.

Oft wird sie durch neue Pflanzen eingeschleppt, man ist ja kaum in der Lage sie bei Kontrolle wahrzunehmen, und nur wenige Tierchen genügen. Zugluft und auch der im Garten stehende Obstbaum kann ebenso eine nicht versiegende Quelle für die rote Spinnmilbe sein.

Schäden sieht man meist erst, wenn es schon sehr viele Tierchen sind. Jeder winzige rote Punkt ist verdächtig. Erst wirken die Pflanzen irgendwie müde, das Blattgrün nicht mehr so vital. Später sieht man deutlich kleine silbrige Bißstellen, gemischt mit roten Pünktchen und Verschmutzungen. Blätter vergilben, vertrocknen, fallen ab, Verkorkungen an Sukkulenten, Wachstumsstörungen.

Oft breiten sich diese Milben unbemerkt auf alle Pflanzen in einem Raum aus, wenn sie dicht aneinander stehen. Sie wandern auf der Fensterbank oder wo auch immer weiter zur nächsten Pflanze. Eine Isolierung einzelner Pflanzen kann dann schon zu spät sein und eventuell andere Pflanzen an andere Stelle anstecken. Ich hatte diese Tierchen schon an Orchideen, Tillandsien, Kakteen und Palmen und immer musste ich alle Pflanzen pro Raum behandeln.

Resistenzen sind möglich. Lizetan hilft gut und ist, vorschriftsmäßig angewandt, auch gut verträglich. Selbst bei sehr empfindlichen Orchideen und Tillandsien habe ich damit durchweg gute Erfahrungen gemacht.

Bei normalen Pflanzen wie z.B. Oleander, Hibiskus, Citrus, Ficus, Palmen, um nur einige zu nennen, kann auch eine Mischung aus Wasser, Olivenöl und Spülmittel erfolgreich sein. Es wird aber nicht von jeder Pflanze gleich gut vertragen und es ist etwas mühselig - drei Behandlungen sind nötig und die Pflanzen müssen gründlichst behandelt werden. Bei diesen großen Pflanzen ist aber auch die Behandlung mit Giften unangenehm, da man recht viel von den Mitteln benötigt, um entsprechend gründlich zu behandeln.

Wenn es sich nun um die rote („falsche“) Spinnmilbe handelt, würde ich auf jeden Fall die Umgebung mit reinigen. Nicht mit Gift rummachen, aber mal gründlich saubermachen, z.B. mit Spülmittel: Fenster putzen, Stellagen, Töpfe, Schalen und so weiter...

Mit der roten Spinnmilbe ist nicht zu spaßen. Vor allem kleinen Pflanzen setzen sie sehr zu. Sehr langsam wachsende Pflanzen wie Kakteen und andere Sukkulenten bleiben bei starkem Befall für lange Zeit entstellt. Und unschön ist auch, dass die Behandlung einer kleinen Renovierung gleich kommt, da man ja die ganze Umgebung mit säubern muss.

Das Luftfeuchtigkeit oder Trockenheit die eine oder andere Milbe vertreiben soll, konnte ich leider auch nicht feststellen.

Im WEB findet man Bilder der Schädigungen:
„Schadbild rote Spinne“
Viele Grüße von Roseiflora
Bild

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Re: Spinnmilben (Rote Spinne) an Bromelien ?

Beitrag von Woodman » Freitag, 13 Dezember 2013, 22:24

Hallo Roseiflora,

ein wirklich gut geschriebener Beitrag von Dir!
Welches Mittel benutzt denn Du, wo Lizetan drin ist, bei Orchideen und Tillandsien, wie Du schreibst?

Da Du das Thema wieder aufgegriffen hast, kommt die alte Idee auf, unter "Kultur" auch so eine Übersicht zu bauen. Nur das finden von solchen Themen wird komplizierter als dieser Bild-Index. (Wo beginnt wichtig, wo hört es auf?)

LG
Klaus
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Hermann Prinsler
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Re: Spinnmilben (Rote Spinne) an Bromelien ?

Beitrag von Hermann Prinsler » Sonntag, 15 Dezember 2013, 20:49

Hallo Herr Stolten,
Hier mein Beitrag von Bekämpfung von Spinnmilben in Erwerbsgartenbau. Ich hatte auch schon einmal Probleme mit Spinnmilben bei Bromelien. Hauptsächlich bei weichblättrigen Tillandsien und Vrieseen. Als Mittel sollte man nur Akarizide, das sind spezielle Mittel gegen Spinnmilben, einsetzen. Normale Insektizide wirken gegen Spinnmilben kaum. Folgend gute Mittel sind zugelassen und im Handel.
Vertimec, systemisch wirkend - Kontakt und Fraßgift
Kiron, Kontaktgift.
Floramite, ein neueres Mittel , sehr gut wirksam aber sehr teuer
Man sollte die zu behandelnden Pflanzen mindestens 2-3 Mal spritzen
im Abstand von 10-14 Tagen.
Ich gehe davon aus. das im botanischen Garten vielleicht ein Mittel davon vorhanden ist. Ob diese Mittel auch in Kleinpackungen in Gartencentern vorhanden sind bezweifele ich. Die Mittel dürfen auch nur von Sachkundigen Personen nach Gebrauchsanweisung eingesetzt werden.Aber das bist Du ja.
Das empfohlene Mittel Confidor wirkt kaum, ist aber gut gegen Scild-u.Wollläuse . Ich hoffe mit disen Angaben gedient zu haben. Viele Grüße H. Prinsler
Viele Grüße

Hermann

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Matthias Lieber
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Re: Spinnmilben (Rote Spinne) an Bromelien ?

Beitrag von Matthias Lieber » Mittwoch, 18 Dezember 2013, 9:24

Hallo Bromelienfreunde,

Es gibt eben doch Themen, die kann man immer wieder herausholen...
Ich habe in der Vergangenheit auch Probleme mit einigen Schädlingen gehabt, habe das aber inzwischen im Griff.
Besonders bei der Pflege in Pflanzenvitrinen - also in geschlossenen Kulturräumen - taucht sowas schon mal auf.
Optimale Bedingungen sind für die Pflanzen besonders im Winter nur sehr schwer zu erreichen.
Ich benutze im Bedarfsfall dann Kiron und bin auch höchst zufrieden damit!
Es wird 1x komplett durchgesprüht (besonders die Blattunterseiten) bis alles klatschnass ist.
Dann nach einer Woche wird das Ganze wiederholt - wegen der Brut.
Bisher hat diese Menge immer gereicht und ich hatte lange Zeit meine Ruhe!
Es kommt wahrscheinlich auf den Befall an - bzw. wie früh man die Schädlinge entdeckt.
Das ist bei mir sicherlich einfacher als im Bot. Garten...
Kiron bekommt man auch in haushaltsüblichen Mengen und es reicht ewig.
...und gesundheitsgefährdend ist das Zeug schließlich alles, aber bei Kiron hält es sich deutlich in Grenzen!

Viel Erfolg!!! Matthias
And the earth brought forth grass, and herb yielding seed after his kind, and the tree yielding fruit, whose seed was inself, after his kind; and God saw that it was good.

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