Düngen oder nicht ?

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Matthias Lieber
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Düngen oder nicht ?

Beitrag von Matthias Lieber » Dienstag, 30 Dezember 2008, 23:41

Liebe Bromelienfreunde...

Ich möchte mal ein Thema zur Disskusion stellen, auf das ich gerade eher zufällig gestoßen bin.
Als ich eben meine Pflanzenvitrinen so durchschaue, fiel mir auf, daß gerade verdammt viele Pflanzen Blütenansätze haben.
Das war bisher nie so gewesen - solange ich zurückdenken kann.
Es betrifft fast alle Diaphoranthemen; aber auch sonst ist die Blühwilligkeit enorm hoch.
Bei den Diaphoranthemen ist mir außerdem aufgefallen, dass auch die Knospen viel kräftiger sind als sonst... :o

Nun habe ich die Pflanzen in diesem Jahr ganz normal im Frühjahr ins Freie gebracht und sonst immer nur reichlich Regenwasser drauf.
Was ich in diesem Jahr nicht getan habe ist düngen !

Jetzt habe ich die Vermutung, dass ich in den vergangenen Jahren falsch oder einfach zuviel oder das Falsche gedüngt habe und die Pflanzen zwar gewachsen sind, aber eben nur selten geblüht haben.

Hat von euch vieleicht jemand ähnliche Erfahrungen gemacht oder hat sonst eine Meinung dazu ??? :idea:

Adios Matthias

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Matthias
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Beitrag von Matthias » Donnerstag, 8 Januar 2009, 13:28

Hallo Matthias,
zuerst einmal möchte ich dir und der gesamten Forum Gemeinde ein gesundes und erfolgreiches Jahr wünschen. Ich freue mich, dass sich deine Sammlung so gut entwickelt hat und du mit einem reichen Blütensegen beschenkt wirst. Was das Thema Düngung anbelangt, so stehe ich seit geraumer Zeit sehr ablehnend dazu. Seit ich nur noch spärlich in den Monaten Juni bis August dünge, hat sich meine Sammlung sehr gut stabilisiert und blüht auch recht ordentlich. Das Problem bei zu starker Düngung ist, dass man zu mastige Pflanzen heranzieht, die bei ungünstigen Bedingungen, wie sie bei uns in den Wintermonaten herrschen, sehr anfällig für Fäulnis und Schadinsekten werden und dann schnell eingehen oder zumindest lange kränkeln. Pflanzen die in einem solchen Rhythmus stehen blühen somit auch selten. Dagegen entwickeln sich Pflanzen, die recht karg gehalten werden gleichmäßig und sind weniger anfällig und letztendlich blühwilliger. OK die Pflanzen bleiben etwas kleiner aber das stört mich bei dem eingeschränkten Platzangebot nicht wirklich.
Ach und noch etwas, versuche doch mal einige Fotos zu schießen und die Bilder ins Wiki zu laden, es kann noch ein wenig Farbe vertragen.
Beste Grüße Matthias

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Timm Stolten
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Beitrag von Timm Stolten » Donnerstag, 8 Januar 2009, 19:11

Hi Matthias 1, Hallo Matthias 2 :-)

Wie sehr die Tillies auf Dünger reagieren, darüber rätsel ich auch schon
seit Jahren. Ich habe schon so viele Mischungen und Rezepte ausprobiert
und bin nicht wirklich schlauer.

Aber ich habe eine andere Beobachtung gemacht:
Ich vermute, daß es andere Reize sind, die die Blüte auslösen.
Zum einen habe ich Arten, die immer einige Wochen nach dem Einräumen
im Herbst blühen, nachdem sie also einige kalte Nächte mitbekommen haben.
Bei einigen Zierpflanzen wird so etwas sogar gewerbsmäßig praktiziert um
Blüten zu erzeugen (google mal nach "Cool Morning" oder "diff" und "drop" Strategie).
Ausserdem reagieren einige Arten ganz auffällig, sobald ich sie geteilt und / oder neu aufgebunden habe.

Du solltest jetzt mal meine Brasilianer sehen. Seit ich die vor 8 Wochen alle neu gemacht habe, gehen die ab wie Schmitts Katze.

Hast Du an Deinen Pflanzen im Herbst was gemacht ??

Lg Timm
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Matthias
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Beitrag von Matthias » Freitag, 9 Januar 2009, 10:30

Hallo Timm, eine Frage, hattest du die kleinen rot blühenden Brasilianerinnen den letzten Sommer im Freien oder die ganze Zeit im Gewächshaus? Ich frage deshalb, weil meine in Freilandhaltung immer im Spätherbst blühen und die bei meinem Gärtner, der sie immer im Orchideenhaus lässt, jetzt auch gerade in voller Blüte stehen. (der Anblick ist Wahnsinn!) Dann könnte es ein Kältereiz sein, denn meine „frieren“ im Herbst auch so manche Nacht wo hingegen im Gewächshaus erst jetzt die Temperatur ein wenig tiefer geht. Wo ich das mit dem Kältereiz sehr feststelle, dass sind aeranthos, bergeri und Co. Die haben früher, als ich sie in der Wohnung überwintert habe bei mir nie geblüht. Jetzt wo sie in meinem Pflanzenfenster so bei 5-15 Grad überwintern blühen die wie wild.
Beste Grüße Matthias

Kay
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Beitrag von Kay » Freitag, 9 Januar 2009, 17:24

Hallo liebe Bromelienfreunde,

nach langem „Nur-lesen“ will ich mich nun auch mal aktiv beteiligen und wünsche allen ein gesundes neues Jahr.

Auch bei mir blühen erstaunlicherweise viele der südamerikanischen Arten bzw bereiten dies vor. Die meisten habe ich allerdings erst ein paar Jahre, so daß ich nicht wirklich vergleichen kann, ob es langfristig gesehen mehr ist. Ich dünge im Sommer relativ sparsam, aber sehr regelmäßig, so auch in diesem Jahr. Vielleicht waren die Witterungsverhältnisse ja dieses Jahr optimal?
Ich möchte zur Diskussion eine weiter Hypothese ins Forum werfen: Da ja die meisten in unserem Winter, also im südamerikanischen Sommer blühen, liegt die Vermutung nah, daß die Pflanzen einfach ihrem genetischen Programm folgen. Dies kann sicherlich, durch bestimmt Reize ausgelöst werden, welche bei dem doch eher wechselhaften europäischen Klima von Jahr zu Jahr unterschiedlich sind. Bei den andinen Arten gehören bestimmt Kältereize bzw. starke (Tag-Nacht) Temperaturschwankungen und je südlicher auch die Tageslänge dazu, aber bei den „Brasilianerinnen“ müßte es bestimmt an was anderem liegen….? Was denkt Ihr?


Grüße Kay

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Timm Stolten
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Beitrag von Timm Stolten » Freitag, 9 Januar 2009, 19:26

Kay hat geschrieben:Da .... liegt die Vermutung nah, daß die Pflanzen einfach ihrem genetischen Programm folgen.


Hallo Kay,

nnnnnnnja, da bin ich mir nicht so sicher.
Tillandsien brauchen nach der Blüte ja immer eine Weile, bis die Kindel
wieder voll ausgewachsen sind. Das nennt man die physiologische Blühreife.
Auf deutsch: sie sind fertig und könnten jederzeit loslegen.
Ob nun die Kälte bzw. die Temperaturunterschiede von Tag und Nacht
oder die Tageslänge der entscheidende Reiz sind, kann / mag ich nicht
beurteilen.
Das was Du ansprichst kenne ich z.B. von südafrikanischen Lithops
(Lebende Steine). Da gibt es Arten, die sich umstellen und andere nicht.
Auch macht es bei denen einen Unterschied, ob es wildgesammelte
Pflanzen vom Standort sind, oder ob sie hier auf der Nordhalbkugel
ausgesäet wurden.

Bei Tillandsien fallen mir wenige Arten ein bei denen man von einer
festen Blütensaison sprechen kann. So blühen meine Tillandsia neglecta
immer nach dem Einräumen so im November richtig massiv, aber ich
habe auch im Frühjahr oder Sommer vereinzelte Blüten.

Ich denke nachwievor dass es etwas mit dem "dran-herum-fummeln"
zu tun hat. Denn man kann auch wenige Wochen nach dem teilen und
Aufbinden ganz oft verstärkte Bildung neuer Wurzeln feststellen.

Aber was es auch sei, Hauptsache wir haben etwas woran wir uns
erfreuen kann ;-)

LG Timm
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Matthias Lieber
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Beitrag von Matthias Lieber » Sonntag, 11 Januar 2009, 19:58

Hallo Freunde,

Das sind ja eine Menge Ideen...
Wahrscheinlich liegt es tatsächlich an klimatischen Reizen oder einem besondern klimatischen Verlauf im letzten Jahr.
Ich habe auch relativ spät eingeräumt - als einige schon Angst hatten.
Aber ich habe die Pflanzen seit 2 Jahren nicht mehr umgepflanzt - also das fällt als Grund aus.

Nun bin ich aber noch immer unsicher, ob ich in Zukunft wieder düngen soll, oder ob die Gefahr etwas verkehrt zu machen doch zu groß ist.

Adios Matthias

Kay
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Beitrag von Kay » Mittwoch, 14 Januar 2009, 15:51

Hallo,

@ Matthias…ich hatte viele auch sehr lang draußen im letzten Herbst: sehr sonnig, aber auch sorgfältig vor Regen geschützt…und jede freie Minute habe ich den Wetterbericht verfolgt…
Ich glaub zum Düngen gibt es unzählige unterschiedliche Auffassungen und nur eins ist sicher: zuviel ist nicht gut!?


@Timm…nach dem "dran-herum-fummeln" habe ich auch schon Veränderungen gemerkt und die entsprechende Pflege ist natürlich die Hauptvoraussetzung und Spaß haben wir ja auf jeden Fall…

Hab in Erinnerung mal gehört zu haben, daß Tillandsien einer Art gleichzeitig anfangen zu blühen...auch am Standort…???

Grüße
Kay

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