Nachwuchsförderung- Gedanken eines Kakteenfreundes

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Die Plauderecke - AUCH für NICHT Bromelien Themen.
Schellaberger
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Nachwuchsförderung- Gedanken eines Kakteenfreundes

Beitrag von Schellaberger » Montag, 25 Januar 2016, 18:40

Hallo,

viele Vereine haben Nachwuchsprobleme. Einen interessanten Beitrag habe ich auf der Seite der Kakteenfreunde Württemberg gefunden. Vielleicht wäre der ein oder andere Ansatz auch für die DBG von Interesse.

Gruß

Viktor

CK
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Re: Nachwuchsförderung- Gedanken eines Kakteenfreundes

Beitrag von CK » Montag, 25 Januar 2016, 19:15

Servus,

das Thema wird in der DKG gerade groß diskutiert (u. a. auch im Forum der DKG in der Sektion "Initiative Mitgliedergewinnung"; hier der direkte Link: http://www.kuas-forum.de/viewforum.php?f=143). Es gibt da eine ganze Menge an Ideen, aber das Allheilmittel wurde bisher nicht gefunden.

Viele Grüße!
Chris

Arvensis
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Re: Nachwuchsförderung- Gedanken eines Kakteenfreundes

Beitrag von Arvensis » Dienstag, 26 Januar 2016, 13:30

Hallo.

Das ist durch ein interessantes und wichtigesThema.

Leider herrscht im Diskussionsforum der Kakteen-Gesellsschaft ein recht rauher Umgangston.
Ich denke es wurde auch des öfteren schon angedacht Kakteen -und Bromelienfreunde und/oder Terrarienfreunde zu bündeln ?


Ansonsten glaube ich nicht dass die Zukunft in Gewinnung der jungen Leute liegt sondern in der "mittleren Alters-Liga" die das finanzielle Vermögen und die räumliche Kapazität haben eine Sammlung aufzubauen.

mfG

Alex

Schellaberger
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Re: Nachwuchsförderung- Gedanken eines Kakteenfreundes

Beitrag von Schellaberger » Dienstag, 26 Januar 2016, 20:06

Hallo,

das seh ich anders. Das alles nur auf das Finanzielle zu reduzieren halte ich für falsch. So gewinnt man niemanden. Dann kannste den Verein gleich beerdigen. Tillis sind bei weiten nicht teuer.

Bei den süddeutschen Kakteentage in Korb ist auch ein Stand der DBG vertreten. Dieser ist sehr unscheinbar und macht einen eher ehlendigen Eindruck. Solch eine Präsentation schreckt eher ab.

Gruß
Viktor

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Re: Nachwuchsförderung- Gedanken eines Kakteenfreundes

Beitrag von Arvensis » Mittwoch, 27 Januar 2016, 3:36

Hallo Victor,

ich möchte nicht eine Gruppe auszuschließen. Natürlich würde auch ich mich über eine junge Generation freuen, aber die wenigsten haben Pflanzen als Hobby im Sinn - habe ich den Einduck.

Ich bringe ja immer wieder gerne meine Beispiele von der Frankfurter Orchideenausstellung:

"Ach die sehen ja witzig aus, die Dinger."
Ja weißt du, das sind doch diese Schmarotzerpflanzen, die haben keine Wurzeln und leben nur von Luft...

"Tillandsien hatte ich früher auch mal ein paar, als ich noch Kakteen sammelte.
Ich wusste gar nicht dass das noch jemand macht."


Hier würde ein Infoflyer schon helfen ...

Gruß

Alex

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Re: Nachwuchsförderung- Gedanken eines Kakteenfreundes

Beitrag von Schellaberger » Mittwoch, 27 Januar 2016, 17:29

Hallo,

ist der ausbleibende Nachwuchs eigentlich ein Thema in der DBG oder ist man zufrieden, so wie es momentan ist?

Gruß
Viktor

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Berlinickerin
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Re: Nachwuchsförderung- Gedanken eines Kakteenfreundes

Beitrag von Berlinickerin » Donnerstag, 28 Januar 2016, 23:13

Finde ich einen spannenden Beitrag von den Kakteenfreunden. Vielem kann man wohl nur zustimmen und ist aber sicher eh schon klar. In manchen geht es mir etwas zu weit. Es klingt z.T. so, als sollte sich dann die alte Belegschaft eben mal komplett umstellen - und das kann es ja auch nicht sein.

Arvensis hat geschrieben:Ansonsten glaube ich nicht dass die Zukunft in Gewinnung der jungen Leute liegt sondern in der "mittleren Alters-Liga" die das finanzielle Vermögen und die räumliche Kapazität haben eine Sammlung aufzubauen.

Ich glaube, hier könnte ein Knackpunkt liegen - im Sammlung aufbauen und damit in der Vorstellung, was es heißt Tillandsien (Kakteen, Orchideen...) zu kultivieren. Das ist in Zeiten befristeter Verträge und geforderter 'Flexibilität'/'Mobilität' ja nicht nur eine Sache von Geld und Platz, sondern auch schlicht davon, ob ich diesen Platz dauerhaft haben werde. Gewächshaus o.ä. kann man schließlich schlecht alle paar Jahre umziehen. :wink:

Andererseits ist Interesse an Pflanzen aber absolut da und gerade an besonderen Pflanzen. Nur unter anderen Bedinungen vielleicht, also eher als Wohnungspflanze, vielleicht mit Balkon. :ethink

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Re: Nachwuchsförderung- Gedanken eines Kakteenfreundes

Beitrag von Arvensis » Freitag, 29 Januar 2016, 19:56

Ja, das stimmt.
Man kann klein anfangen und auch seine Sammlung den Umständen (Finanzen und Räumlichkeiten) anpassen.

Das Thema ist ja Mitglieder-Schwund/Nachwuchsprobleme in Vereinen.
Bis in die 90er Jahre gab es Internet noch nicht in heutiger Form und Kontakte konnte man nur direkt über den Verein knüpfen um auch an seltenere Pflanzen zu kommen.

Um das auf die DBG zu übertragen:
Was sollte einen dazu veranlassen Mitglied zu werden ?
Was macht die DBG, wie vertritt die sich nach außen, welche Vorteile hat eine Mitgliedschaft konkret ?

:ethink

Gruß

Alex

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Re: Nachwuchsförderung- Gedanken eines Kakteenfreundes

Beitrag von Schellaberger » Freitag, 29 Januar 2016, 22:57

Hallo,

naja, ich bin kein DBG MItglied. Ich habe das ein oder andere Exemplar der Zeitschrift "die Bromelie". Ich finde das Heft klasse, jedoch nicht die Zweisprachigkeit. Ich habe so den Eindruck als wolle man durch eine verstärkte internationale Ausrichtung den Mitgliederschwund abfedern. Das ist jedoch ein sinnloses Unterfangen.

Gruß
Viktor

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Re: Nachwuchsförderung- Gedanken eines Kakteenfreundes

Beitrag von Berlinickerin » Samstag, 30 Januar 2016, 20:56

Ohne jetzt die Gründe der Redaktion für die Zweisprachigkeit zu kennen, würde ich weniger auf Mitgliederanwerbung als Grund tippen. Sondern eher darauf, dass sich Englisch inzwischen einfach als wissenschaftliche lingua franca etabliert hat. Wenn Die Bromelie also weiterhin auch attraktiv für wissenschaftliche Artikel und v.a. Erstveröffentlichungen sein soll, denke ich, braucht es einfach das Englisch.

Und damit bin ich schon bei einem Grund, warum ich Mitglied in der DBG geworden bin. Ich falle gerade noch in diese Generation Y und habe auch brav zu googlen versucht. Gefunden habe ich (wie auch auf dem Buchmarkt) zwei Arten von Infos: (a) für Leute, die mit Tillies dekorieren wollen und die sich wohl einfach eine neue kaufen, wenn die alte tot ist und (b) für mindestens ambitionierte Sammler und damit sehr speziell. Als ernsthaft an den Pflanzen interessierte Anfängerin habe ich erst auf der Webseite der DBG Infos gefunden, die mir weitergeholfen haben. Und natürlich hier im Forum. Und in der Bromelie. - Mit anderen Worten sehe ich den Mehrwert einer Mitgliedschaft im Wissen der Mitglieder. Und ich denke, da müsste die Generation Y (Y = why = wieso?) ja locker mit zu ködern sein.

Dass das Internet dafür ein wichtiger Platz ist, ist ja auch schon klar. An Ideen fehlt es da, glaub ich nicht. Ist halt alles auch eine Sache der 'Arbeitskräfte'. - Timm und/oder Andreas und/oder Monika, bitte energischen Einspruch erheben, falls ich Quatsch schreibe!

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Re: Nachwuchsförderung- Gedanken eines Kakteenfreundes

Beitrag von Arvensis » Sonntag, 31 Januar 2016, 7:37

Die bilinguale Ausgabe führt aber nur bedingt zu neuen Mitgliedern, es gibt ja nicht permanent Neuentdeckungen die auch im Ausland interessieren.

Vielleicht sollte man einen eigenen Thread für Verbesserungsvorschläge eröffnen ?

Gruß

Alex

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Re: Nachwuchsförderung- Gedanken eines Kakteenfreundes

Beitrag von Berlinickerin » Sonntag, 31 Januar 2016, 18:20

Also ich glaube auch nicht, dass Die Bromelie - egal wie aufgemacht - das Flagschiff zur Mitgliederwerbung werden wird/kann. Ein Aushängeschild finde ich sie aber schon und eben auch, weil sie auch wissenschaftliche Artikel hat.

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Re: Nachwuchsförderung- Gedanken eines Kakteenfreundes

Beitrag von Schellaberger » Montag, 1 Februar 2016, 20:40

Hallo,

die DBG-Jahrestreffen eignen sich nicht um neue Mitglieder zu gewinnen. Das sind teure Ausflüge nach Wien oder London, die sich Jugendliche nicht leisten können. Soweit ich weiß gibt es nur 2 Regionalgruppen. Ansonsten ist Ende.

Was die wissenschaftliche Ausrichtung der Zeitschrift angeht. Was nutzt alles Wissenschaftliche, wenn es der normale Sammler nicht versteht?

Wie ist eigentlich die Altersverteilung in der DBG?

Gruß
Viktor

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Re: Nachwuchsförderung- Gedanken eines Kakteenfreundes

Beitrag von Gänseblümchen » Montag, 1 Februar 2016, 21:18

Die Diskussion ist schon interessant... Bin ja auch Neuling, deswegen finde ich es gut alle Seiten zu sehen.
Der Punkt mit den Finanzen stimmt schon, ich selbst bin Studentin und habe weder Geld noch Platz mir mehr als eine Handvoll "Baumarkt- Bromelien/ - Tillandsien" leisten zu können. Wenn ich mir die Bilder hier im Forum anschaue könnte ich glatt neidisch werden :)

Vielen Jugendlichen fehlt auch der Anreiz, wo sieht man diese Pflanzen auch schon? Im Saarland wird z.B. der botanische Garten geschlossen, damit ist ein weiterer Anlaufpunkt für Interessierte weg.

Weiteres Problem: der Umgangston in vielen Foren (wurde weiter oben schon angesprochen). Als Anfänger stellt man immer wieder (scheinbar) dumme Fragen und wird dann teilweise auf sehr fiese Weise abgebügelt. Manch einer verliert da direkt die Lust.

Auch haben viele jüngere Menschen eine festgefahrene Meinung von Vereinen, die sich mit Pflanzen auseinandersetzen. Das sind dann wahlweise durchgeknallte Botaniker oder verbitterte alte Menschen, die nichts außer ihren Pflanzen haben. Aus dem Grund traut sich auch kaum einer zu den Stammtischen.

Einen schönen Anreiz bieten Ausstellungen, der Orchidenverein in Saarlouis (Saarland) organisiert sehr schöne, bei denen jeder vorbeikommen und staunen kann- nebenbei gibt es auch Orchideen zu kaufen, Pflegetips dazu und so kommen auch mehr Menschen an die Orchideen heran. Das kann man nicht 1:1 auf Bromelien übertragen, es wäre aber ein Ansatzpunkt.

LG,
Dani

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Re: Nachwuchsförderung- Gedanken eines Kakteenfreundes

Beitrag von Denis Gödecke » Montag, 1 Februar 2016, 21:29

Tschuldigung, dass ich mich einmische, aber scheint es etwas Aufklärungsbedarf zu geben.

Ich bin nunmehr seit ca. 20 Jahren in der DBG und heute Mitte Vierzig. Es gibt natürlich ein ganze Reihe älterer Mitglieder, wie bei allen Vereinen, aber auch immer wieder junge Leute, die zu uns stoßen. Die Reisen nach Wien und London sind definitiv Ausnahmen. Diese Reisen werden auf Wunsch der Mitglieder durchgeführt - das sind keine exklusiven Beschlüsse des Vorstands. Auf den Treffen gibt es immer viele praktische Erfahrungen, weil die meisten Mitglieder nun mal Bromelien als Hobby - nicht als Arbeit haben. Die Ausrichtung der BROMELIE erfolgt auch überwiegend den Wünschen der Mitglieder folgend. Dazu muss man aber sagen, dass die Deutsche Bromelien-Gesellschaft zwar in Deutschland ihren Hauptsitz hat, aber auch einen großen Anteil in europäischen Nachbarstaaten und auch in Übersee (USA, Australien und Neuseeland). Das ist der eine Grund für die Zweisprachigkeit. Der andere wurde schon genannt. Durch die internationale Bedeutung dieser verhältnismäßig kleinen Gesellschaft ist es möglich, auch wissenschaftliche Beiträge aufzuführen. Wie viele Pflanzenarten werden heute noch neu beschrieben? Die BROMELIE ist eine anerkannte Zeitschrift, In der Neubeschreibungen veröffentlicht werden. Das ist keine Klatschzeitschrift vom Kiosk. In den letzten Jahren haben immer mal wieder Leute versucht im Orchideen-Sektor bunte Zeitungen rauszubringen. Das waren zwar schöne Fotos, aber wenig Text und noch weniger interessante Neuigkeiten (mehr so Bilderbuch-Status). Das liebe ich mir die BROMELIE! Übrigens geht des größte Teil des Mitgliederbeitrags für die Zeitschrift drauf. Die ehrenamtlichen Autoren verdienen nix! :Enaughty
So, und nun halte ich wieder meine Klappe. Ich werde nichts weiter kommentieren. Dafür fehlt mir leider die Zeit - entschuldigt das bitte!
Viele Grüsse
Denis

PS: ich freue mich natürlich, dass ihr euch so schön Gedanken über die Zukunft der DBG macht :thumbl

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