Spezialisierung

Alles was woanders nicht reinpasst. ;-)
Die Plauderecke - AUCH für NICHT Bromelien Themen.
Benutzeravatar
Denis Gödecke
Beiträge: 412
Registriert: Montag, 21 Juni 2004, 20:51
Wohnort: Magdeburg

Spezialisierung

Beitrag von Denis Gödecke » Donnerstag, 17 Februar 2005, 10:55

Hallo Forum,

wenn ich uns Bromeliennarren so anschaue, die fast jede Bromelien lieben, kommt mir eine Frage:

Macht es nicht mehr Sinn sich auf eine Gattung/Untergattung/Pflanzen einer Herkunftszone zu spezialisieren?

Bei der Sucht alles zu sammeln stößt man schnell an räumliche oder/und kulturtechnische Grenzen. Spezialisieren heißt also auch EINSCHRÄNKEN. Ein Unwort für Bromfreunde. ABER ist es nicht besser DAS zu kultivieren, was wirklich möglich und (für einen selbst) wichtig ist. Man kann auch besser über seine Lieblinge lernen, weil man schließlich nicht alles wissen kann.

Was meint Ihr ?

Grüsse Denis

Benutzeravatar
JoachimInB
Beiträge: 843
Registriert: Dienstag, 7 September 2004, 19:58
Wohnort: Berlin

Beitrag von JoachimInB » Donnerstag, 17 Februar 2005, 13:44

Hallo Denis,

diese Frage zieht sich so oder so ähnlich doch durch alle Hobbies. Ob man nun Kameras, Kakteen, Radios oder Bromelien sammelt, irgendwann wird es knapp mit dem Platz.

Und dann gehen die Gewissensbisse los. Für diese kleine Pflanze wird sich sicher noch ein Plätzchen finden, und für die dort erst recht. Her damit, denn es könnte ja die letzte Chance sein, die sich einem bietet! Uswusf., ein endloser Teufelskreis.

Ja, klar, jetzt kann man sich spezialisieren. Bei den Kakteen habe ich es geschafft, mich auf patagonische Opuntioideen zu reduzieren. Mit der konsequenten Durchsetzung hapert es zwar noch mal gelegentlich, aber diese Gruppe ist für mich überschaubar, technisch handhabbar (Überwinterung im Frühbeetkasten auf dem Balkon) und gleichzeitig hochinteressant.

Bei den Bromelien ist das schon schwieriger. Bei den "Grünen" habe ich so eine Vorliebe für Guzmanien aus dem G. melinonis-Verwandtschaftskreis. Aber würde ich mich darauf reduzieren, sähe meine Vitrine ziemlich langweilig aus. Die bunte Mischung macht da gerade den (auch ästhetischen) Reiz für mich aus. Dabei geht es mir gar nicht um die Seltenheit einer Art. Ich kann z.B. einer T. cyanea ebenso wie einer G. spucei eine Menge abgewinnen.

Bei den grauen Tillandsien ist das noch viel komplizierter, weil es noch mehr regionale, verwandtschaftliche, klimatische (beliebig erweiterbar) Kriterien gibt, bestimmte Gruppen zu bilden. Ich mag z.B. die Gruppe der Diaphoranthemen, die durch ihren begrenzten Platzbedarf meinen Bedingungen sehr entgegen kommen. Aber nur Diaphoranthemen? Das wäre mir ehrlich gesagt auch wieder viel zu langweilig. Wie eine Kakteensammlung mit nur Rebutien. ;-) Und schlimmer noch, was tut denn der Diaphoranthemen-Spezi, wenn ihm vom anderen Ende der Republik jemand eine vor Kraft strotzende Tillandsia spiraliflora schickt? :-)

Um mich da nicht aus dem Konzept bringen zu lassen, habe ich deshalb bei den Bromelien auf starre Konzepte verzichtet und halte das, was geht, und was nicht geht, das gebe ich ab.

Grüße,
Joachim

Benutzeravatar
Denis Gödecke
Beiträge: 412
Registriert: Montag, 21 Juni 2004, 20:51
Wohnort: Magdeburg

Starre Konzepte sind schwer einzuhalten

Beitrag von Denis Gödecke » Donnerstag, 17 Februar 2005, 14:04

Hallo Joachim,

ja starre Konzepte sind schwer einzuhalten. Es geht ja nicht darum, auf alles Andere zu verzichten. Aber Schwerpunkte sollte man schon setzen oder zumindest den Teil begrenzen, den man absolut nicht noch anfangen sollte. Nichts spricht z.B. standortspezifische Pflanzen, wie vergesellschaftete Kakteen oder Orchideen mit dazu zu nehmen. Säulenkakteen sind ja prima "Trägermaterialien" für diverse xerophytische Tillis. Es soll sich schon ergänzen. Ich denke doch, wenn zu viel durcheinander angeschafft wird, verliert man den Überblick.

Bei den Diaphoranthemen gebe ich Dir voll recht. Das Beste für Wohnungen unf geringen Platz, aber auch botanisch extrem interessant.
Passen gut zu Puya und Kakteen (Bol., Peru, Chile).

Grüsse
Denis

Joachim

Beitrag von Joachim » Donnerstag, 17 Februar 2005, 16:10

Hallo,

also ich habe früher vom Gummibaum bis zur Grünlilie alles gehortet und gepfegt.
das brachte mich schnell an meine Grenzen. Nun bei den Bromelien ist es etwas leichter,da solche Arten wie T.crispa oder die komplizierten Arten der Gattung Racinea bei mir sowieso nicht wachsen,da freu ich mich lieber bei euch Kollegen dadrüber wie sie dort gedeihen.
Diaphoranthema hab ich bis auf 2 Arten komplett,auf nicht mal 50 mal 50 cm Hasengitter(sehr praktische diese Untergattung) von T.usenoides mal abgesehn.
Ansonsten ist mein Vorangiges Ziel erst mal von jeder Gattung wenigstens 1 Éxemplar zu haben.Bei Navia und so weiter ist das zwar unmöglich aber wer hat z.B. Aerococus spec. die sind auch relativ klein und blühen sehr schön.

Ich glaube jeder von uns wird sobald er irgendwo etwas sieht doch wieder denken hm der Winter ist weit und mal sehn :wink: :wink: ein Plätzchen findet sich bestimmt.

Andreas Böker
Beiträge: 555
Registriert: Sonntag, 11 April 2004, 11:37
Wohnort: 32049 Herford

Muss wohl sein...

Beitrag von Andreas Böker » Freitag, 18 Februar 2005, 9:51

Hallo Bromelienfreunde,

meiner Meinung nach ist ein gewisses Maß an Spezialisierung auch Voraussetzung für eine erfolgreiche Kultur. Neben dem Platz ist bei mir auch die Zeit ein begrenzender Faktor in der Beschäftigung mit den Bromelien. Und es braucht doch viel Erfahrung und Zeit, bis man einer Pflanze ansieht, ob es ihr gut geht oder auch nicht. Wenn man ehrlich ist, verliert man doch einige Pflanzen, bis man den Bogen raus hat und bei heiklen Arten gehen die ersten kaputt, bis man dann einen Platz mit zusagenden Bedingungen und die richtige Behandlung gefunden hat. Das ist jedenfalls meine Erfahrung. Und die Kulturerfahrungen sind leider nicht 1:1 von anderen zu übernehmen.

Da hört man von Fensterbankgärtnern über die erfolgreiche Kultur von Till. crispa, bei mir geht das nicht mal im Gewächshaus (zu trocken), dafür hab ich jetzt einen Standort im Gewächshaus gefunden, wo Till. biflora bis jetzt klasse zurechtkommt (nämlich da, wo das Regenwasser ins Gewächshaus laüft und mittlererweile Unkraut wächst, das ich für die Till. biflora auch stehen lasse). Da müsste ich auch mal wieder eine Till. crispa hinstellen.

Trotzdem sind das für meinen Sammlungsschwerpunkt nur "Randpflanzen", die eigentlich nicht in meine trocken-kühle Kultur passen. Ich besitze auch einige wärmeliebende Pflanzen, aber die muss ich schon in Heizungsnähe kultivieren und da ist es noch mal trockener.... Es geht, aber Spitzenpflanzen werden das nie werden.

In meinem Bereich versuche ich dann aber alles zu bekommen, was ich kriegen kann und zwar nicht nur Arten, sondern eben auch Formen und Varietäten. Für den externen sehen 50 Till. xiphioides zwar alle gleich aus, aber wenn man näher hinschaut, gibt es da schon Unterschiede. Und wenn man mit Diaphoranthemen anfängt, gibt es kein Ende, was Formen anbelangt..... Das ist auch spannend und schon eine extreme Spezialisierung.

Dafür findet sich in meiner Sammlung nur 1 Kaktus (als Tillandsienträger) und keine Orchidee.....

Zwar muss ich mich jedesmal echt beherrschen, denn es gibt auch für mich noch andere faszinierende Bromelien. Z.B. alles was extrem stachelig und trocken-kühl kultiviert werden kann wie einige Puyen usw. Aber man kann ja nicht alles haben. Die optimale Bromelie müsste man in unseren Breiten eben auch im Winter draußen kultivieren können. Aber warten wir noch 20 Jahre, dann hat die Klimaveränderung vielleicht bei uns bessere Bedingungen geschaffen.
Andreas Böker

...... www.tillandsia-web.de

Benutzeravatar
JoachimInB
Beiträge: 843
Registriert: Dienstag, 7 September 2004, 19:58
Wohnort: Berlin

Beitrag von JoachimInB » Freitag, 18 Februar 2005, 12:00

Joachim hat geschrieben:Ansonsten ist mein Vorangiges Ziel erst mal von jeder Gattung wenigstens 1 Éxemplar zu haben.Bei Navia und so weiter ist das zwar unmöglich


Wieso ist das denn bei Navia unmöglich?

Grüße,
Joachim

Joachim

Beitrag von Joachim » Freitag, 18 Februar 2005, 13:39

Hi Namensvetter,

weiss nicht, ich hab noch erstens nirgens eine gesehn geschweige den ist die irgendwo zu bekommen,falls du eine hast nehm ich sie gerne :D :D :wink: :wink:
Ausserdem ist die Kultur bei Lindmannia auch sehr extrm ich kenne niemanden der auch diese Gattung hat.
Genauso Encholirium wer kultiviert sowas????

nicht mal der Prinzler hat sowas

Benutzeravatar
JoachimInB
Beiträge: 843
Registriert: Dienstag, 7 September 2004, 19:58
Wohnort: Berlin

Beitrag von JoachimInB » Freitag, 18 Februar 2005, 20:29

Joachim hat geschrieben:ich hab noch erstens nirgens eine gesehn geschweige den ist die irgendwo zu bekommen,falls du eine hast nehm ich sie gerne :D :D :wink: :wink:


Ich habe mal im Schaugewächshaus des BG Berlin-Dahlem eine Navia gesehen. Ich weiß nicht, ob du den Garten kennst, aber außer den speziellen Bromelien- und Orchideenhäusern gibt es um die Haupt-Tropenhalle herum mehrere kleine Spezialabteilungen, u.a. eine mit Bromelien. Da gab's mal eine Navia zu sehen, auch mal eine Broccinia. Allerdings hinter dickem Glas, und das wohl weniger wegen dem Kleinklima... Ich werde mal sehen, ob ich davon Fotos habe.

Grüße,
Joachim (der aus B)

Joachim

Beitrag von Joachim » Freitag, 18 Februar 2005, 20:33

Hi Joachim,

Du bist witzig :D :D :D :D Fotos hab ich ohne ENDE wie wärs mal mit ner realen Pflanze in meiner Obhut :wink: :wink: :wink:
pass auch artig drauf auf

:wink: :wink: :wink: :wink: :wink:

Timm Stolten
Webmaster
Beiträge: 1680
Registriert: Sonntag, 28 März 2004, 10:49
Wohnort: Hamburg

Beitrag von Timm Stolten » Freitag, 18 Februar 2005, 20:50

Joachim hat geschrieben:Genauso Encholirium wer kultiviert sowas????


Ich ;-)
║▌║▌║█║║▌║█║ Warnung! Falscher oder fehlender Kaffee - Benutzer angehalten
1334566890111

Joachim

Beitrag von Joachim » Freitag, 18 Februar 2005, 22:59

Hallo,
ich meine von den normalen Menschen :wink: :wink: :wink:

Benutzeravatar
JoachimInB
Beiträge: 843
Registriert: Dienstag, 7 September 2004, 19:58
Wohnort: Berlin

Beitrag von JoachimInB » Freitag, 18 Februar 2005, 23:31

Joachim hat geschrieben:ich meine von den normalen Menschen :wink: :wink: :wink:


Welcher normale Mensch hält denn z.B. Acanthostachys pitcairnioides? Kennst du einen?

Will heißen: Für "normale" Menschen sind wir doch längst alle schon nicht mehr ganz "normal". ;-)

Grüße,
Joachim

Joachim

Beitrag von Joachim » Samstag, 19 Februar 2005, 1:13

Hi Joachim

ich halte diese Art mit gutem Erfolg.

willste was haben?






:wink: :wink: :wink: :wink: :wink: :wink:

Rodolfo
Beiträge: 487
Registriert: Samstag, 3 April 2004, 3:12
Wohnort: San Salvador

Beitrag von Rodolfo » Samstag, 19 Februar 2005, 14:40

Hallo Bromexperten ich habe mich mühsam durch alle die schönen und exotischen Namen durchgearbeitet um zu lernen mas der nomale Bromelienfreund nicht hat. :lol: :lol:

Ich mache es mir da ganz einfach : alles was mir irgendwie bromelieanisch vorkommt und ich annehmen kann daß die Pflanze aus
El Salvador stammt wird angeschafft, danach ist immer noch Zeit zur Namenssuche, denn beim Sraßenverkauf gibt es leider kein morgen oder nächste Woche.

Wenn es dann keine Bromelie ist oder ich von der Pflanze entteuscht bin weil die Blüten nicht ganz so sind wie erwartet kann ich mich immer noch entscheiden wie es weiter geht. :oops: :oops:

Gruß Rodolfo

andreas
Beiträge: 31
Registriert: Samstag, 3 April 2004, 16:18

Beitrag von andreas » Sonntag, 20 Februar 2005, 9:07

Tja das mit dem spezialisieren ist so eine Sache, natürlich ist es schön wenn man von "seinen" Pflanzen alle Formen besitzt, aber auf der Suche danach stößt man halt immer wieder auf etwas neues, was doch noch irgendwo hinpassen muß.
Ich habe mich auch spezialisiert, auf alles was ich auf der Fensterbank und im Zimmer kultivieren kann :D
A

Antworten